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Exkursion der St. Verena Stiftung

Marcel Siegrist
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Vier Destinationen waren das Ziel der diesjährigen Verenaexkursion vom vergangenen Samstag, welche in den Herrschaftsbereich der Kyburger und des Standes „Alt Zürich“ führte. Ihr Bezug zum Verenakult sind Baudenkmäler, Statue und Fresken der in Bad Zurzach Verehrten.

Zum siebten Male bereits organisierte die St. Verena Stiftung eine Exkursion in Stätten mit Zeugnissen der Verenaverehrung. Bewusst hatte man dieses Jahr Orte im mehrheitlich östlichen Teil der Schweiz gewählt. Prof. Dr. Hans Rudolf Sennhauser leitete die Exkursion und fesselte die Mitreisenden mit seinen profunden Erläuterungen. Wer seinen Worten zu folgen vermochte, erhielt einen umfassenden Überblick über die geschichtlichen Zusammenhänge der damaligen Zeit. Der straffe Zeitplan, wiederum durch Rita Güntensperger tadellos organisiert, liess genügend Raum offen für den wissenschaftlichen und den geselligen Teil, die beide zum Gemeinschaftserlebnis beitrugen. Das Regenwetter konnte das Erlebnis nicht trüben; die Fahrkünste des Chauffeurs in den engen Nebenstrassen riefen Bewunderung hervor.

Die heilige Verena im Gemeindewappen
Über die Westumfahrung Zürichs und den Rapperswiler Seedamm erreichte die Reisegruppe Stäfa. Stäfa, obwohl 1525 zum reformieren Glauben übergetreten, hatte an Verena festgehalten und dies 1928 mit der Festlegung des Verena-Stadtwappens manifestiert. In der 1948 eingeweihten kath. Kirche konnten die neuzeitliche Verenastatue und die Glasfenster von Dan Rubinstein aus dem Jahre 2003 zum alttestamentlichen Thema „Gnade und Gerechtigkeit“ bewundert werden. Der Abstecher in die ref. Kirche, die ehemalige Verenakirche, führte dann in die Verenakapelle, die heutige, gotische Turmkapelle.

Auf ehemaligem kyburgischen Grundbesitz weiter nach Schloss Kyburg und Winterthur
Erstmals erwähnt werden die Kyburger im frühen 11. Jh. Durch Einheirat erwarben die Dillinger (aus Bayern) die kyburgischen Besitzungen in der Nord- und Ostschweiz. Sie beerbten in der Folge auch die Lenzburger und die Zähringer, starben aber im 16. Jh. aus. In der Schlosskapelle aus dem 13. Jh. sind Freskenmalereien um 1440 erhalten. Sie zeigen u.a. an der Chor Südwand eine weibliche Heiligengruppe mit Maria, Verena mit Kamm und Krug, Magdalena mit Salbgefäss und Katharina mit Rad und Schwert. Im Nebenchor wurde um 1480 die Geschichte der Zürcher Stadtheiligen Regula gemalt.

Oberwinterthur – Winterthur-Veltheim
Nach dem Mittagessen erreichte die Reisegruppe Oberwinterthur, wo der Besuch der ref. Kirche St. Arbogast galt. Die Kirche selber steht im spätrömischen Kastell. Ihre Vorgängerbauten werden im 7./8. Jh. vermutet. Die romanische Basilika aus dem 11. bis 13. Jh. präsentiert im Mittelschiff 3-stufige Wandmalereien: Gross dargestellt ist in der Mitte der Seitenwände die Leidensgeschichte Jesu. Daneben finden sich Einzelpersonen und Gruppen wie Verena mit Kamm und Kanne! und Magdalena. Nicht fehlen durfte hier natürlich der Namensgeber St. Arbogast, der 1. fränkische Bischof aus Strassburg.

Die alte Marienkirche in Winterthur-Veltheim stammt ursprünglich aus dem 7. Jh. Sie erfuhr bis zum heutigen Zustand grundlegende Erweiterungen. Ihre Wandfresken sind reich ausgemalt und zeigen Christus am Ölberg, die Verkündigung, den Judaskuss (Judas in Gelb, der Farbe des Verrates) und ein Verenafresko von 1492.

Und dann hatte der Regen aufgehört, und die Reisegruppe machte sich auf den Heimweg. Kurz vor Bad Zurzach fasste Arthur Vögele, der Präsident des Stiftungsrates, die mannigfaltigen Eindrücke des Tages zusammen und stattete den Hauptpersonen den bestens verdienten Dank ab. Mit einem Zitat schliessen wir die Berichterstattung: „Ach, was willst du in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah!“ Wer dabei gewesen ist, kann dies bestimmt aus vollem Herzen bezeugen!

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