Leserbeitrag
Gedenk-Ausstellung Galerie am Bach in Erlinsbach

Marcel Siegrist
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Der Maler Carlo Ringier, 1896-1992, hat nach verschiedenen Ausbildungsetappen an der Kantonsschule in Aarau als Zeichnungslehrer unterrichtet. Er liebte vor allem Paris , und war mehr als 30 Mal in Paris, weil ihn diese Stadt, die Kunst in dieser Stadt so faszinierte. Zu Beginn setzte er sich mit dem Kubismus auseinander, dann wuchs er allmählich in einen sehr persönlich geprägten Realismus hinein, dies voller malerischer Schönheit. Sehr oft besuchte er auch die Provence und lebte für einige Zeit in Flandern und in Holland.

In dieser Gedenkausstellung in der Galerie am Bach erlebt der Besucher einen spannenden Einblick in seine Malerei, die in einzelnen Bildern, eher im Ansatz auch vom Kubismus in Frankreich geprägt ist , aber auch ganz eigenständige Ausdrucksformen zum Tragen bringt. Er war ein begabter Zeichner, malte zahlreiche Aquarelle, die im oberen Teil der Galerie aufgehängt sind und aufzeigen, wie talentiert dieser Künstler im Gestalten war. Beeindruckend sind die grösseren Oelbilder. Seine Farben setzen prägende Zeichen. Er liebte die feinen Varianten, Markierungen von Linien und Hintergründen, und war ein Meister im Gestalten von Frauenporträts. Sitzend, bei einer Arbeit, oder still vor sich hinsinnend, zeigt er Frauenbildnisse voller malerischer Kraft. Die dunkleren Farbkombinationen überwiegen, wobei auf Details viel Wert gelegt wurde. Er war ein leidenschaftlicher Maler, der es verstand, seinen Betrachter gefangen zu nehmen. Seine Bilder strahlen viel malerische Kraft aus. Besonders reizvoll sind die Motive mit Frauenbildnissen vor einem Fenster, in einem Raum, an einem Kaffeetisch, wie das ganz kleine Bild beim Eingang in die Galerie. Man erkennt eine Frauengestalt mit dunklem Hut, die an einem kleinen Tisch sitzt, daneben stehen eine Kaffeekanne und eine Tasse. Reizvoll ist das Blau ihres Kleides im Kontrast zum roten Vorhang. Auch in anderen Bildern spielt er mit feinen Lichtelementen, Farbmuster und Ornamente werden im Hintergrund, auf Kleidern und Vorhängen, fein markiert.

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Ebenso eindrucksvoll sind seine Landschaftsbilder, die aus der Provence oder aus anderen Orten stammen sowie Strassenzüge in den Städten, die er so geliebt hat. Er war ein Meister der alten Schule, Farben waren ihm wichtig, aber auch die Motive bekommen in seinen Bildern besondere Lebendigkeit. Es ist schön, dass seine Grosskinder diese Ausstellung zusammengetragen haben, um seine künstlerische Arbeit noch einmal einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Brigitte Wittwer, die Galeristin, hat mit viel Liebe und künstlerischem Sinn diese Ausstellung aufgebaut. Man erlebt einen Maler aus dem 20.Jahrhundert, der Zeitgeschichte in der Malerei geschrieben hat und zu seiner Zeit in Aarau und der weiteren Region, aber auch im Ausland sehr bekannt war.

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