Leserbeitrag
Honigproduktion auf höchstem Niveau

Der Schweizer Honig gilt weltweit als qualitativ höchststehendes und absolut reines Naturerzeugnis. Damit dieser Standard beibehalten werden kann, werden die Bienenzüchter an ihren Anlässen regelmässig ausführlich informiert. Faulbrut, Milben und die Behandlungsmethoden des Feuerbrandes sind im Moment die Hauptprobleme. Gegenmassnahmen wurden an der 112. Delegiertenversammlung des Verbandes Aargauischer Bienenzüchtervereine im katholischen Pfarreizentrum in Schöftland von kompetenten Fachleuten erörtert.

Marcel Siegrist
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Dezente Klaviermusik mit dem virtuosen Pianisten Patrick begrüsste die eintreffenden Imker zur 112. Delegiertenversammlung des Verbandes Aargauischer Bienenzüchtervereine im katholischen Pfarreizentrum in Schöftland. Unter der Leitung des Präsidenten des Bienenzüchtervereins Suhrental, Ernst Baumann, haben fleissige Helfer alles vorbereitet. Speis und Trank standen bereit, und es blieb bis zum Tagungsbeginn etwas Zeit zu individuellen Fachgesprächen rund um die Bienenzucht.

Der Präsident des Verbandes Aargauischer Bienenzüchtervereine, Fritz Imhof, durfte verkünden, dass alle Delegierten anwesend sind, dies ergab 49 Stimmberechtigte. Sie genehmigten Protokoll und die verschiedenen Jahresberichte, des Vorstandes, des kantonalen Bieneninspektors, des Beratungs- und Kurswesens im Kanton Aargau, des Zucht- und des Honigwesens. Der Vorstand wurde letztes Jahr von fünf auf sieben erhöht. Die Rechnung wies eine «Punktlandung» auf, weshalb keine Notwendigkeit zu einer Beitragserhöhung bestand. Auch das Budget bot keinerlei Anlass zu Diskussionen.

Gedankenaustausch ist wichtig
Auch im laufenden Jahr haben die Aargauer Imker verschiedene Möglichkeiten, sich weiterbilden zu lassen, aber auch ihre Erfahrungen kund zu tun. Ein Weiterbildungskurs für Betriebsprüfer hat bereits stattgefunden, die Präsidentenkonferenz für Präsidenten, Vorstandsmitglieder und Funktionäre, die Delegiertenversammlung in Altendorf und die Belegstationsprämierung gehören zu den Anlässen in den kommenden Monaten. Die Kantonaltagung findet am 1. September im Murimoos statt, mit Besichtigung der Anlagen. Vorgesehen ist auch eine Weiterbildung für Berater. Ruth Schafroth vom Imkerverein Rheinfelden lud ein zur nächsten Delegiertenversammlung. Diese findet am 1. März 2013 um 19.30 Uhr in der Steinli-Aula in Möhlin statt.

Ehrungen
Drei Präsidenten traten im vergangenen Vereinsjahr zurück: Peter Spuhler, Zurzach, Hans Kaderli, Wiggertal und Kurt Gautschi, Wynental. Markus Alder und Ernst Amsler holten sich für ihren Honig an der Olma in St. Gallen Gold- und Silbermedaillen. Gesamtschweizerisch wurde auch ein Agro-Star ausgezeichnet. Letztes Jahr trug beispielsweise Hansjörg Walther diesen Titel. Dieses Jahr wurde erstaunlicherweise ein Imker zum Agro-Star erkoren, er heisst Richard Wyss.

Unter Verschiedenem versprach Fritz Imhof, dass der Verband inskünftig vermehrt an die Öffentlichkeit tritt. Im Verband wird viel im Hintergrund gearbeitet, ohne dass die Öffentlichkeit davon erfährt. Das soll sich jetzt ändern. Mit einigen Mitteilungen technischer und administrativer Art schloss der Präsident die erspriessliche Delegiertenversammlung.

Verschiedene Votanten
Als erster ergriff Gemeindeammann Hans Müller, Schöftland, das Wort. Er freute sich über die Anwesenheit der Bienenzüchter in seinem Gemeindegebiet. Ernst Baumann, der Präsident des Bienenzüchtervereins Suhrental, hiess willkommen und tippte die anstehenden Problem mit der Sauerbrut an. Neue Wege werden diesbezüglich beschritten, und er präsentierte einen Bausatz aus Schweizer Holz, welcher mithilft, dieses Problem zu lösen.

Nationalrat Bernhard Guhl zeigte als Imker der Sektion Unteres Aaretal die Parallelen zwischen Politik und Imkerei auf. Er wurde mit zwölf Jahren bereits Imker und stieg während der Lehrzeit auch in die Politik ein. Nach einer längeren Pause kehrte er im Jahr 2006 zur Imkerei zurück und wurde in den Nationalrat gewählt. Beide Gebiete, so Guhl, seien steten Veränderungen unterworfen. Während die Politik gegen Computerviren zu kämpfen habe, wird die Imkerei von Milben und Faulbrut geplagt. Politiker und Imker seien jedoch gegenseitig aufeinander angewiesen, und auf beiden Seiten wird viel Freiwilligenarbeit geleistet.

Weitere Voten
Andreas Widmer ist neuer Präsident des Bienenzüchtervereins Wynental. Er machte auf das Jubiläum seines Vereins aufmerksam und auf die Broschüre mit der Vereinsgeschichte. Drei Anlässe prägen das Vereinsjahr im Wynental: Die Jubiläums-Generalversammlung vom Freitag, 9. März, am 12. Mai stehen die Bienenhäuser für alle offen, und am 10. Juni folgt ein Imker-Zmorge in Reinach.

Matthias Müller – ein ehemaliger Schöftler – überbrachte die Grüsse von Regierungsrat Roland Brogli. Gery Busslinger beleuchtete den Feuerbrand. Das Verstellverbot werde im Aargau vorbildlich eingehalten, dieses Jahr wird es vom 1. April bis 15. Juni erlassen und dürfte kaum verlängert werden. Streptomycin werde im Aargau nur im Notfall eingesetzt und hätte bisher keine Auswirkungen auf die Honigqualität gezeigt. Die Toleranzwerte wurden nicht überschritten. Ein Votum aus der Versammlung, man sollte diese Grenzwerte etwas erhöhen, damit in der Ostschweiz nicht tonnenweise Honig vernichtet werden müsse, wurde konsequent abgelehnt. An den hohen Qualitätsanforderungen an den Schweizer Honigs werde nicht gerüttelt. Busslinger bekundete seine hohe Wertschätzung für die Bienenzüchter, die eine enorm wichtige Aufgabe erfüllten. Schliesslich stellte Brigitte Bürge – sie ist Imkerin in Schafisheim – «rentabee» vor. Mit 200 Franken pro Jahr kann man sich an einem Bienenvolk beteiligen. Dies beinhaltet einen Besuch beim Imker sowie vier Kilo Honig pro Jahr. Die acht Honiggläser werden mit dem Namen des Götti oder der Gotte bezeichnet, und auch das Bienenvolk wird mit deren Namen bezeichnet. Für die Imker bleiben 160 Franken «hängen», «rentabee» erhält 40 Franken für Unkosten und Werbung. Die Mitarbeitenden bei «rentabee» arbeiten ehrenamtlich. Von den gesamtschweizerisch 59 zur Verfügung stehenden Völker wurden bisher 48 vergeben, der Aargau steht mit 24 unterstützten Völkern an der Spitze.

Bilder: Er hiess die Imker in Schöftland willkommen: Gemeindeammann Hans Müller stellte seine Wohngemeinde kurz vor.

Er führte souverän durch die 13 Traktanden: Fritz Imhof dankte den Organisatoren der GV für ihren Einsatz.

Er war für die Organisation der DV verantwortlich: Ernst Baumann vom Bienenzüchterverein Suhrental.

Sie warb für «rentabee»: Brigitte Bürge aus Schafisheim ist eine leidenschaftliche Bienenzüchterin.

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