Leserbeitrag
Innovative Lösung des KSB: Digitales Armband erhöht Patientensicherheit

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Mit einem neuen Armband, das in der Radiologie zum Einsatz kommt, erhöht das Kantonsspital Baden (KSB) die Sicherheit seiner Patienten. Es handelt sich um eine Lösung, die im deutschsprachigen Raum ihresgleichen sucht.

Anstatt Herr Meyer wird Herr Meier behandelt, oder anstelle von Frau Huber folgt Frau Schmid dem Aufruf zur Untersuchung mit dem Computer-Tomographen (CT): Solche Verwechslungen können in der Radiologie bisweilen vorkommen, und sie sind seit Anfang 2018 beim Bundesamt für Gesundheit meldepflichtig.

„Nachteilige Folgen haben solche Verwechslungen für die Patienten zum Glück meist keine“, sagt Professorin Rahel Kubik, die Leiterin des Zentrums für Bildgebung am KSB. „Ärgerlich sind sie trotzdem. Zum einen, weil damit Ressourcen verschleudert werden. Zum anderen haben wir am KSB den Anspruch, in allen Bereichen eine Top-Qualität zu liefern. Daher suchten wir nach einer Lösung, um dieses Problem zu beheben.“

Komplexe Technologie, einfache Lösung

In Zusammenarbeit mit den Firmen Siemens und Avintis hat das KSB nun eine Lösung entwickelt, die das Potential der Digitalisierung ausschöpft: Die Fallnummer auf dem Patientenarmband wird eingescannt und an das CT-Gerät übermittelt. Am CT-Bedienungsgerät wird automatisch der korrekte Patient ausgewählt und angezeigt. „Eine Patientenverwechslung kann so verhindert werden“, sagt Rahel Kubik. „Zudem werden die Aufnahmen im Bildarchiv automatisch dem korrekten Patienten zugewiesen.“

So einfach diese Lösung klingt, so komplex war ihre Erarbeitung. „Es galt, verschiedene Systeme und Anwendungen unter einen Hut zu bringen. Teilweise können diese nur die Fallnummer oder aber nur die Patientennummer verarbeiten. Zudem sind unterschiedlichste Schnittstellenformate betroffen“, sagt Projektleiterin Nadine Vögeli. „Auf dem Markt gab es keine Lösung, die man einkaufen konnte. Somit musste unsere IT-Abteilung zusammen mit unseren Partnern einiges an Denkarbeit und Tüftelei leisten.“

Entsprechend gross ist das Interesse des Fachpublikums an dieser Lösung. Dies zeigte sich insbesondere auch am Europäischen Radiologie-Kongress, der vergangene Woche in Wien stattfand. KSB-Vertreter stellten dort das digitale Armband vor.

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