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Kamillentee für Brumm

Fabienne Schmid
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An diesem Wochenende war ganz Wittnau auf den Beinen und unzählige Gäste strömten an die vielen Attraktionen, die anlässlich der 800-Jahrfeier geboten wurden.

Ein besonderer Magnet für die Kinder mit ihren Erwachsenen stellte das Figurentheater von Margrit Gysin dar. Wer die Künstlerin einmal erlebt hat, lässt sich immer wieder liebend gerne in den Bann ziehen von ihren Aufführungen. In Wittnau kam in zwei bis auf den letzten Platz besetzten Vorführungen das Stück "Kamillentee für Brumm" zum Zug.

Im völlig abgedunkelten Saal beleuchteten nur noch zwei Scheinwerfer die Bühne. Frau Gysin stand nicht auf - nein, mitten in der Bühne! Sie war umgeben von ihr wie von einem rundumlaufenden Sims, den sie während der ganzen Zeit um die Taille trug. Mit viel Liebe zum Detail hatte sie die Bühneneinrichtung rundherum drapiert und der Ort der Handlung liess sich jeweils nach vorne zum faszinierten Publikum drehen. Gemeinsam mit den Kindern wurde zuerst einmal die vordere Seite näher erkundet. Fragen, kleine Aufgaben und gezielte Bemerkungen bezogen die Kinder immer wieder aktiv mit ein. Innert kürzester Zeit vergass man alles andere rundherum und lebte ganz in der Geschichte vom vorlauten Mäusemädchen Mimi und ihrem Bärenpapa Brumm. Der mochte nämlich eines Tages gar nicht mehr aufstehen. Aus seiner Bärenkehle drang nur noch unverständliches Brummen und Kakao kochen zum Frühstück konnte er schon gar nicht. Ohne Frage: Brumm war krank. Nur zu gerne schlüpfte Mimi in die Rolle der sowohl fürsorglichen als auch resoluten Krankenschwester. Eine sehr skurrile Frau Doktor bekam auch noch ihren Auftritt und gab Pflegeanweisungen, die Mimi mit einer Portion Kühnheit, Unbekümmertheit und Poesie ausführte. Tatsächlich wurde Brumm so wieder gesund. Das war Anlass für ein Fest in der kerzenbeleuchteten Küche der beiden. Die Kinder halfen spontan mitsingen, dazwischen konnte man auch Singstimmen von Erwachsenen vernehmen. Nur als Brumm aus Freude über seine Genesung auf so zauberhafte Weise seine kleine Geige zum Klingen brachte, war es im ganzen Saal mucksmäuschenstill.

In vielen Sequenzen bekamen die Kinder in der Figur der kecken Mimi Alltagssituationen gespiegelt, die sie alle kennen: Wie soll man es mit der Wahrheit halten? Gilt ein Nein wirklich? Wie weiter, wenn ein Malheur passiert ist? Schalk und Ironie waren aber auch für Erwachsene enthalten und machten den Besuch des Figurentheaters von Margrit Gysin zu einem generationenverbindenden Genuss.

Antonia Schraner, Schule Wittnau

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