Leserbeitrag
kirchen im kino

Yvonne Müller
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Le Havre

ein Film von Aki Kaurismäki

Kämpferisch stellt Marcel sich einer der aktuellen Fragen unserer Zeit, der bereits begonnenen und wohl noch lange andauernden grossen Völkerwanderung von Süden nach Norden, der geopolitischen Ausgleichsbewegung zu der hintergründig immer noch herrschenden Kolonialisierung.

Marcel solidarisiert sich mit dem jungen Schwarzafrikaner, dessen Flucht ihn von Le Havre zu seiner Mutter nach London führen soll. Auf der Bühne dieses lokalen Welttheaters werden verschiedene Le-bensrollen gespielt: mit persönlichem Einsatz dem Jungen Schritt um Schritt den Fluchtweg ermöglichen, mit Freunden und Nachbarn zusammenarbeiten und die nötige Unterstützung bereitstellen, ein Doppel-spiel spielen, scheinbar mit der Polizei kollaborieren und am Schluss dem Jungen dennoch die Flucht ermöglichen.

Poetisch ist die Aufmachung und Ausgestaltung der Handlung des modernen Märchens. Nachdem die Geschichte auf wunderbare Weise dahingeflossen ist, geschieht vollkommen unerwartet am Schluss ein veritables Wunder.

Ein Film voll guter Menschen, aber kein Gutmenschenfilm.

Sonntag, 24. Januar 2016, 17.00 Uhr in fricks Monti

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