Leserbeitrag
Michèle Minelli und Peter Höner beim Frauenforum

Marcel Siegrist
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Ziemlich genau vor 20 Jahren (am 5. November 1996) lud das Frauenforum der FDP Schlieren zum ersten Mal zum Literaturabend in den Pavillon Heckmann.

Heute, am 8. November 2016 sind unsere Gäste die Autorin Michèle Minelli und der Autor und Schauspieler Peter Höner.

Michèle Minellis Roman «Die Verlorene» ist die traurige Geschichte der Thurgauerin Frieda Keller, die 1904 in St. Gallen des Mordes an ihrem Kind angeklagt wurde. Michèle Minelli und Peter Höner bringen dieses Stück Schweizer Frauengeschichte in einer szenischen Lesung auf die Bühne.

Zum Buch

«Als Friedas Dienstherr die Türe verriegelt und sich an sie drängt, ist Frieda verloren.» Hinter ihr liegt eine unbeschwerte Kindheit in Bischofszell und vor ihr eine jahrelange Schmach einer ungewollten Schwangerschaft. Das Kind hält sie in einer Kinderbewahranstalt versteckt. Aber weil ihr Ernstli dort nicht bleiben darf und sie in ihrer Verzweiflung keinen Ausweg mehr sieht, bringt sie ihn schliesslich um.

Der Roman beruht auf dem historischen Kriminalfall von 1904, in dem die Schneiderin Frieda Keller in die Mühlen einer männerbestimmten Justiz geriet, die alle Schuld der Frau auflud und den Vergewaltiger ungeschoren liess.

Minelli und Höner inszenieren verschiedene Gerichtsszenen, die im Buch eindrücklich beschrieben werden. Peter Höner als Ankläger und Verteidiger, Michèle Minelli als Angeklagte. Im Pavillon ist es während der Lesung ganz still. Man spürt förmlich, wie die Geschichte die Zuhörerinnen und Zuhörer berührt und zum Nachdenken anregt.

Am Ende der Lesung gibt es viel Applaus für Michèle Minelli, Peter Höner und für Marianne Heckmann, die wie all die Jahre zuvor den Umtrunk spendet.

Ursula Gächter, Frauenforum der FDP Schlieren

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