Leserbeitrag
Mobilität - die Elektrifizierung geht weiter

Brunhilde Mauthe
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Eine weitere Saison der Energie-Apéro Aargau hat begonnen. Am Dienstag, 23.10.2018 durften die über 200 Gäste im Konnex in Baden den spannenden Ausführungen und unterschiedlichen Aspekten zum Thema E-Mobilität folgen. Als Referenten agierten Daniel Bärtsch von Siemens Mobility sowie Gil Georges von der ETH Zürich.

Begrüsst wurden die zahlreichen Besucher sowie die beiden Referenten von Peter Marx, Chief Engineer Power Service, GE Power und Martin Sennhauser, Leiter Energiefachstelle Regionalwerke AG Baden. Der erste Referent Daniel Bärtsch, Head of Intelligent Traffic Systems und Rail Electrification bei Siemens Mobility setzte den Schwerpunkt auf E-Mobilität als Pfeiler der „Mobilität 4.0“; diese umfasse alles, betonte er, den Verkehr auf Wasser, Schiene, Luft und Strasse. Für Bärtsch steht die Automobilindustrie vor grossen Herausforderungen. Das künftige Auto ist ein Informationssystem, dass nicht nur den Automechaniker zum Informatiker wandelt. Alles wird mit allem vernetzt sein. Dazu brauche es weltweite Standards, damit beispielsweise die Sicherheit, gewährleistet ist und alles miteinander „kommunizieren“ kann. Neue Mitspieler mit neuen Angeboten, wie Sharing, Car-Pooling oder spezialisierte Taxi-Services werden auf den Markt drängen. Wie grün E-Mobilität sei hängt für Bärtsch vor allem vom Strommix ab. Die grossen Herausforderungen sind die Batterien und deren Gewicht, Ladetechnologie und Preis, während die Erfolgsfaktoren vom Ladesäulennetz, Preis, Auswahl, Reichweite, usw. abhängen. Für die Zukunft des Verkehrs sieht Bärtsch einen Mix aus Car Sharing, Pooling, neuen Mietformen sowie Automation.

Gil Georges, Leiter Energiesysteme LAV am Institut für Energietechnik der ETH Zürich stellte die Mobilität als Chance und Herausforderung für die Energiewirtschaft ins Zentrum, denn die Mobilität ist heute der grösste Energiekonsument und CO2-Emittent. Mit steigendem Einkommen steigt die Nachfrage nach Mobilität. Doch wo sieht Georges Lösungen? In der Fahrzeugtechnik sowie der Substitution der Energieträger. Die Tücke darin liegt im Energiesystem von heute. Das Nachhaltigkeitsthema rund um die Mobilität wird in den Energiesektor gedrängt. Zwei Wirtschaftskreise werden plötzlich vernetzt. Georges macht aber auch auf den Frachtverkehr aufmerksam, wo wir von Energiemengen sprechen, mit denen wir heute im Mobilitätsbereich noch nicht umgehen können. Sein Fazit lautet, dass E-Mobilität nur ein Teil der Gleichung ist und die CO2- Frage nur eine von vielen.

Beim anschliessenden Apéro hatten die Gäste Zeit darüber zu philosophieren, welches die weiteren Teile dieser Gleichung sein könnten.

Mehr Infos auf: www.lav.ethz.choder www.sccer-mobility.ch

Die weiteren Energie-Apéros finden Sie unter www.energieaperos-ag.ch

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