Leserbeitrag
NEIN zur Schulhaussanierung – Ja für massvollere Lösung

Fabian Wetter
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Bildung ist der einzige „Rohstoff“, den die Schweiz hat und weiterhin auf höchstem Niveau pflegen muss. Bildung darf uns entsprechend „etwas“ Kosten. Denn Qualität hat seinen Preis.

Doch halt! Unterkulm will für die Bildungsinfrastruktur Schulden von CHF 3 Mio. aufbauen. Laut Gemeinderat ist der Zeitpunkt - aufgrund der aktuellen Tiefzinsphase – geradezu ideal. Nur, auf welcher Weitsicht beruht diese Aussage? Die Darlehensaufnahme zu den erwähnten 0,80% scheint kurzfristig durchaus möglich. Wie sieht es mittel- bis langfristig aus?

Die Zinsen werden steigen. Unklar ist einzig wann. Entsprechend ist die gemeinderätliche Aussage eine Zinsspekulation und keine nachhaltige Planungsaktion. Erst unterschiedliche Summen mit unterschiedlichen Fälligkeiten führen zu einer Reduktion des Zinsänderungsrisikos. Eine solche Planung ist jedoch nicht für 0,80% zu haben.

Wie soll das Darlehen systematisch zurückbezahlt werden? Schulden aufnehmen ist einfach. Diese zeitgerecht zurück zu führen eher schmerzhaft. Wie sieht dazu der konkrete Plan des Gemeinderates aus?

Die zusätzlich vorgesehenen Investitionen bis 2017 (u.a. Feldmatte und Böhlerknoten) erhöhen die Verschuldung der Gemeinde weiter. Damit sinkt laufend deren Bonität für neue Kreditaufnahmen. Das Ergebnis: Höhere Darlehenszinsen und gleichzeitig raschere Rückzahlungspflichten. Können wir uns das leisten?

Liebe Stimmbürgerinnen und Stimmbürger - Wie Sie muss sich auch die Gemeinde überlegen, was finanziell nachhaltig realisierbar ist. Mit der Konzentration auf das Nötige und dem Verzicht auf Wünschenswertes lässt sich rund eine Million einsparen - eine Million, die wir weniger zurückzahlen müssen!

Sagen Sie deshalb zum heutigen Zeitpunkt NEIN zur Schulhaussanierung. Dies ist gleichzeitig ein Ja für eine qualitativ hochstehende Bildung zu einem tragfähigen Preis.

Fabian Wetter, Unterkulm

(Präsident Finanzkommission 01/1998 – 12/2003)

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