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Einweihung mit Schwyzerörgeli und Schwalbengezwitscher

Philipp Franke
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Bild: Philipp Franke
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(chm)

Der Natur- und Vogelschutz Liestal weiht sein fünftes Schwalbenhaus ein. Zu den Klängen der Schwyzerörgeli Grossformation Basel treffen sich einige Dutzend Interessierte auf dem Hofgut Obere Wanne in Liestal. Werni Müller avancierte in den letzten Jahren zum Schwalbenhaus-Spezialisten des Vereins. Mit der Familie Weber auf der oberen Wanne hat er erneut den Hosenlupf geschafft und sowohl Standort und Sponsoren gefunden als auch den Vereinsvorstand von seiner Idee überzeugt. Mit viel Energie und Passion setzt er sich für seine Schwalbenhäuser ein. So bilanziert auch Simone Avila, Co-Präsidentin des Vereins: Werni Müller macht es vor, mit Herzblut und liebe zur Natur können wir viel bewirken!

Herzblut gibt Werni Müller nicht nur für Schwalbenhäuser, er ist zudem passionierter Älpler. So überrascht es nicht, dass er beherzt zur Schwingfahne greift und gleich den anwesenden Kindern einige Schwünge beibringt. Fürs Talerschwingen holt er sich kurzum Verstärkung aus dem Publikum. Zwischen den traditionellen Showeinlagen werden Reden gehalten. Die Co-Präsidentinnen und Co-Präsidenten des Vereins machen den Auftakt. Gemäss Simone Avila künden die Schwalben vom Sommer und bringen Glück mit. Sie halten offenbar Krankheiten fern, was die ansässige Familie Weber vom Hofgut Obere Wanne besonders freuen dürfte. André Kirmser porträtiert die künftigen Bewohner des Schwalbenhauses und führt den Schwalbengesang vor. Nach seinen Ausführungen gehören diese nicht zu den ganz seltenen Vögeln, aber ohne unsere Hilfe haben Sie in der heutigen Zeit trotzdem keine Chance. Obwohl die Tiere Kulturfolger sind und die Nähe der Menschen suchen, ist der Siedlungsraum heutzutage zu steril. Schwalben und andere Gebäudebrüter finden nur noch spärlich Möglichkeiten und Material für Naturbruten. Dankbar nehmen sie dafür die Schwalbenhäuser an, welche wir extra für sie installieren und wo keine Konflikte entstehen. Der Bürgerratspräsident Franz Kaufmann schliesst die Rednerliste mit einem recht philosophischen Vortrag mit Zitaten des Biologen Adolf Portmann. Demnach haben sich die Vögel die Freiheit der Lüfte mit dem Verlust von Armen und Händen erkauft. So bewohnen die Schwalben als Siedlungsvögel zwar den gleichen Lebensraum wie wir Menschen, trotzdem leben wir in komplett anderen Welten. Wir sind froh, dass Werni Müller keine Schwalbe ist und seine Arme und Hände zielgerichtet für die Förderung der Natur einsetzt. So kommen sich die Schwalben und die Menschen vielleicht doch etwas näher.

Der letzte Akt gehört dann noch mal dem Älpler und Schwalbenförderer: Er singt den Alpsegen, damit die Schwalben bei der Rückkehr aus den Winterferien ein solides und gesegnetes Heim vorfinden. Im Anschluss lädt der Verein zu gemütlichem Beisammensein mit Grilladen und Getränken ein.

Ein schöner Dank geht an Werni und das ganze Chornschüre-Team für den unermüdlichen Einsatz, die Suche nach Standorten und Sponsoren, und natürlich für das Stück Älplerkultur.

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