männerchor Buchs
Vereinsreise 2021 «gen Norden»

Hansruedi Helbling
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Bild: Hansruedi Helbling

Bild: Hansruedi Helbling

(chm)

Auf nach Norden

Die Vereinsreise des Männerchor Buchs beidseits des Rheins

«Richtung Nordsee» lautete die Parole, doch so schnell erreicht man die Waterkant dann doch nicht und die Vereinsreise des Männerchors Buchs (MCB) ist ja auf einen Tag beschränkt? Vertrauensvoll bestiegen die reiselustigen Sänger trotzdem vor 8 Uhr zwei Kleinbusse, sind sie sich doch gewohnt, Tagesziel und Höhepunkte erst in letzter Minute zu erfahren. Die Anfahrt über prächtige, wenig befahrene Jura-Höhenwege war herrlicher Auftakt, weil alles in wunderbaren Grüntönen strahlte. Durch den Aargau, den Kanton Solothurn ins Baselland und dann doch wieder zurück in den Aargau führte der Weg. Die schmalen Strassen und die engen Kurven waren ein Genuss für die Passagiere, verlangten indessen volle Aufmerksamkeit der Chauffeure!

In Rheinfelden war erste Station. In einem lauschigen Hinterhof liessen es sich die Reisesänger bei Kaffee und Gipfeli im Sonnenschein gut gehen, bevor sich ein weltgewandter Stadtführer zu ihnen gesellte und ihnen die Stadt am Rhein mit ihren Schön- und Eigenheiten näher brachte: Die prächtige Steinbrücke nach Europa, mit den Fahnen sämtlicher Kantone und deutschen Bundesländer geschmückt. Ja, die alte ehemals freie Reichsstadt, schaut, so wurde klar, lieber nordwärts, hinaus in die weite Welt, als südwärts in den Kanton, dem sie sich seinerzeit nur zögerlich und unfreiwillig angeschlossen, mit dem sie sich inzwischen trotzdem guteidgenössisch arrangiert hat. Die malerische Altstadt mit den drei Turmuhren mit traditionell unterschiedlichen Zeitangaben, die Schönheit der Kirche, von deren Decke die einstmals beliebte Kaiserin Maria Theresia noch heute als Gottesmutter milde auf die Gläubigen herabschauen darf, sind Beispiele dafür, dass gelebte Geschichte kein Hindernis ist für eine Stadt, deren Gewerbe und Industrie durchaus im Hier und Jetzt angekommen sind. Schwer fiel der Abschied, war doch der freundliche und um keine Antwort verlegene Stadtführer eine wahre Quelle lebendiger Vergangenheit.

Doch ennet des Rheins wartete bereits das Mittagessen und pünktlich stellte sich auch der Appetit der Reiselustigen ein. Zum Glück war die Fahrt nicht sehr weit und das eigentliche Ziel des Tages, die Stadt Bad Säckingen, ebenfalls ein Hort von Geschichte, Kultur und Romantik, bald erreicht. Auf einem warmen, schattigen Platz am Rande der Altstadt waren die reservierten Tische bald bezogen und ein überreiches Mittagessen zügig aufgetragen. Hier musste wahrlich niemand hungrig vom Tische und man fragte sich, ob denn nördlich des Rheins wohl immer so üppig getafelt wird. Doch um die vielleicht zu viel genossenen Kalorien gleich wieder loszuwerden, hatte unser bewährter und umsichtiger Reiseorganisator und –leiter Hansruedi auch hier vorgesorgt. Nur eine kurze Fahrt in die Höhe, und im Grünen startete eine Wanderung, eigentlich eher ein etwas ausgedehnter Verdauungsspaziergang um einen kleinen, lauschigen See, zur Erheiterung der Schweizer „Bergsee“ genannt. Wie fast immer, hatte der MCB den schönsten und wärmsten Tag des Sommers erwischt und so waren die Wanderer froh, am Ende wieder zu einem gastlichen Haus zu gelangen. Und was für ein Haus es war: die eindrucksvolle, rund 150 Jahre alte grossbürgerliche Fabrikantenvilla Berberich mit Park, Seelein und Fontäne. Im ehemaligen Speisesaal war für die reisenden Sänger aufgedeckt und beim Kuchenbuffet wartete die gluschtige Auswahl. Nach der Stärkung war der MCB in Sangeslaune und gab mit Siyahamba, Kumbaya und dem Tennessee Waltz sein ganzes Programm für das Sängerfest in Brugg zum Besten, zur Freude anderer Besucher des noblen Kaffees, die es mit einem Fernapplaus dankten. Doch nach kurzem Foto-Aufenthalt im Park und einem letzten Spaziergang durch die Stadt und über die längste gedeckte Holzbrücke Europas in die Schweiz, musste die Heimreise angetreten werden. Allerdings nicht ohne einen kurzen Halt in der Braui in Buchs, wo man bei einem kleinen Happen und einem letzten Glas – allerdings nicht im Stehn – nochmals Rückschau auf einen fast märchenhaften Tag hielt und sich einmal mehr bewusst wurde, wie solche Tage schönster genossener Kameradschaft das Leben bereichern. Wer so etwas auch einmal erleben und dabei sein möchte: Der Männerchor Buchs heisst jederzeit neue Sängerkameraden herzlich willkommen. (www.maennerchor-buchs.ch)

Bericht von Aaron Geissmann

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