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Wacholderdrosseln rasten an der Emme

Hochuli Hochuli
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Bild: Hochuli Hochuli
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(chm)

Nachdem grosse Schwärme von Bergfinken die Buchenwälder an der unteren Emme als Winterquartier nutzten und immer noch sehr präsent sind, hat es nun auch einen Schwarm Wacholderdrosseln dorthin gezogen. Diese als bedrohte Art eingestuften Vögel nutzen die kleinen Eichenwäldchen, die ihnen zugleich reichlich Nahrung bieten. Die kräftigen Eichenstämme sind von dichtem Efeu überzogen, deren Beeren diese Drossel verzehrt. Zu dem schwarmartigen Aufkommen dieses hübschen Waldsängers schreibt Christian Roggenmoser von der Vogelwarte Sempach:

«Für diese Jahreszeit sind solche Ansammlungen normal, gerade bei Wintereinbrüchen, aber leider gehen die Bestände dieser Art vielerorts zurück. Seit zweihundert Jahren breitet sich die Wacholderdrossel von Sibirien nach Westen aus und hat Ostfrankreich erreicht. 1923 brütete sie erstmals in der Schweiz. Seither besiedelte sie das Mittelland, die Nord- und Zentralalpen, lokal bis über die Baumgrenze hinaus. Zuletzt drang sie auch auf die Alpensüdseite vor. Seit 1994 gehen die Brutbestände in ganz Mitteleuropa aber wieder zurück. Der Grund könnte Nahrungsmangel bei den Nestlingen sein, weil die Altvögel wegen des vermehrt auftretenden trockenen Frühsommerwetters zu wenig Regenwürmer finden.»

Christian Bürki, Natur- und Vogelschutzverein Biberist