leserbeitrag
Heimvorteil genutzt

Michelle Haas
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(chm)

Für die Uzwiler Kunstradfahrerinnen stand am letzten Samstag, 18. September, die 2. Runde des Swiss-Austria Masters auf dem Wettkampfprogramm. Der eigene Verein, Kunstradfahren Uzwil, veranstaltete diesen Wettkampf in der OZ Thurzelg in Oberbüren. Da die anderen beiden Runden des Swiss-Austria Masters in Österreich, wo ebenfalls Zertifikatspflicht gilt, stattfinden, waren sich die Sportler das ganze Prozedere am Eingang schon gewohnt. Für den Veranstalter war es trotz neuen Schutzmassnahmen ein gelungener Anlass.

Sechs junge Frauen, je auf einem Kunstrad aber gemeinsam auf der Fläche, sieht man selten im Schweizer Kunstradsport. Die Schwierigkeit besteht zum einen in der Aufgabe, genügend aktive SportlerInnen in einem ähnlichen Alter und Niveau im gleichen Verein zu haben und zum anderen in der Aufgabe die Kür synchron zu zeigen. Dazu kommt, dass es diese Kategorie nur auf der nationalen Ebene gibt und sie deshalb weniger Beachtung erhält. In dieser Elite-Saison ist Kunstradfahren Uzwil der einzige Verein, der eine 6er-Mannschaft stellen kann. Zum Glück hat der Verein genügend Sportlerinnen zur Verfügung, denn es ist sehr schwierig, dass keine anderen Verpflichtungen dazwischenkommen und alle an den Wettkampf kommen können. Dies ist auch der Grund, weshalb die Uzwiler Mannschaft in dieser Saison mit verschiedenen Ersatzfahrerinnen am Start steht.

Sobald dann aber die sechs Sportlerinnen die Fahrfläche betreten, ist es für die Zuschauer jeweils sehr faszinierend, zu sehen, wie sie mit den kleinen Platzverhältnissen von 11x14m zurechtkommen. Häufig wird es dann auch mal eng und man muss als Fahrerin sehr gut einschätzen können, wo der Weg der anderen durchführt. Dieses Abschätzen und aufeinander schauen hat am letzten Samstag sehr gut funktioniert und sie konnten ihre Punktzahl vom letzten Wettkampf, trotz Sturz in der Vorrunde, noch einmal überbieten. Im Final lief es dann sehr ähnlich und die Endpunktzahl war nur um ein paar Zehntelpunkte höher.

Für die beiden 4er-Mannschaften mit Uzwiler Sportlerinnen zählte das Resultat der Vorrunde zur WM-Qualifikation. Der 4er Rheineck/Uzwil startete nach ihrem souveränen Auftritt am letzten Wettkampf mit einem guten Gefühl. Leider stürzten sie in den ersten beiden Bildern. Danach konnten sie aber eine schöne und ruhige Kür zeigen. Am Schluss fehlte ihnen aber die Zeit für die letzten Übungen, was viele Punkte kostete. Besser lief es im Anschluss dem 4er Uzwil. Sie zeigten in den ersten Minuten eine ruhige Kür. Nach einem Sturz war die Sicherheit weg und ein paar weitere Fehler schlichen sich ein. Trotzdem standen am Schluss gute 189 Punkte auf der Anzeigetafel. Rheineck/Uzwil konnte sich im Final leicht steigern, auch wenn die Zeit vor dem Ende des Programms abgelaufen war. Der 4er aus Uzwil zeigt eine grössere Steigerung im Final und fuhr eine neue Bestleistung heraus.

Den eigenen Weltrekord überbieten und damit einem gelungenen Anlass das i-Tüpfelchen aufsetzen gelang Weltmeister Lukas Kohl aus Deutschland. Die deutsche Europameisterin Jana Pfann konnte einen neuen Junioren-Weltrekord erzielen. Für die Uzwiler Equipe geht es dann in 2 Wochen weiter mit der 3. Runde des Swiss-Austria-Masters.

Bericht von Michelle Haas

Fotos von Nicole Unternährer

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