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Pfarreireise 2013

Daniela Wigger-Züger
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Es ist 8 Uhr morgens am 4. Mai 2013, ein Bus mit 30 Merenschwander, einer Malteserin und einem Holländer, treten die Pfarreireise nach Locarno an. Pater Jerzy spricht ein kurzes Gebet und eine Stunde später sind wir schon auf der anderen Seite des Gotthard. Die Sonne scheint, doch kurz vorher hat es noch geregnet.

Pater Jerzy bemerkt das und klärt uns auf: Da wohnen doch nette Leute im Tessin; die haben für uns die Strassen geputzt und schneien tut es auch nicht. Das hatten wir auch bemerkt und mit Schnee überhaupt nicht gerechnet. Pater Jerzy ist sehr aufmerksam und erzählt uns dass wir gerade einen Polen überholt haben welchen er noch nicht einmal kennt!

Unser Carchauffeur, Jakob Vögeli, schlägt uns einen technischen Stopp „PP“ vor. Wir nehmen das gerne an und trinken unsern Morgen Kaffee Crème am Autobahn Rastplatz. Das grosse „Mangiare“ steht bevor verspricht uns Pater Jerzy. Aber vorher erzählt uns der freundliche Fahrer etwas über die drei Burgen, Uri, Schwyz und Unterwalden von Bellinzona und die geschichtliche Vergangenheit des Tessins.

Kurz vor „Twölve“ landen wir am Bahnhof in Locarno und wandern zum Restaurant am See. Dort wartet ein Glas Prosecco und ein 3-Sterne Lunch auf uns. Von Tortellini über Picata Saltimbocca bis zum Panacotta wird unsere Zunge gestreichelt und gestreichelt. Mein Tischnachbar stellt fest: „und Günstig auch noch!

Der Höhepunkt ist noch nicht in Sicht: Unser Fahrkünstler schafft aber problemlos die engen Gassen bis zur Wallfahrtskirche Madonna del Sasso. Zwischen 1485 und 1487 wurde die erste Kapelle auf dem Hügel erbaut. Zwei weitere Kapellen in der näheren Umgebung und eine kleine Behausung - die später zur Casa del padre erweitert wurde - folgten. Die heutige Fassade im Stil der Neurenaissance stammt aus dem ausgehenden 19. Jahrhundert nach Entwürfen des Architekten Alessandro Ghezzi aus Lamone. Ein Juwel und sicher die Reise wert. Romantik und Mystik mischen sich. An den Wänden und der Decke sind viele Bilder gemalt. Auf diesen Bildern sind „Baby-Engel“ zu sehen. Und wie im wirklichen Leben sind alle Engel ausschließlich männlichen Geschlechtes.

Am Kloster hängt eine Uhr mit einer willkürlichen Zeit von 15.47, daneben eine Sonnen-Uhr; Sie zeigt 13.00 an. Ernst stellt fest, dass die Uhren im Tessin wirklich anders gehen: Jeder Tag hat 24 Stunden und wenn das nicht reicht, nimmt man einfach die Nacht dazu.

Zum Anfang der Messe erscheint Pater Jerzy mit einer schönen farbenfrohen Stola. In diese Kirche passen Batikfarben und Neo-Renaissance gut zusammen. Seine Predigt hält er kurz, bemerkenswert kurz, aber sie massiert unsere Seele. Zum Abschluss verkündet er, dass es jetzt draussen regnet!

Unsere Reise geht weiter und wir besuchen die Benediktinerinnen der "Orsa Minore" Neben dem Pfarrhaus von Orselina steht ein Kloster der Benediktinerinnen einer Ordensgemeinschaft, die 1957 von der am 17. November 1900 in Erfurt geborenen und 1982 verstorbenen Hildegardis Michaelis gegründet wurde.

Schwester Bokra begrüsst jeden von uns persönlich. Sie ist Holländerin und es gibt noch mehrere von der gleichen Sorte: Neun holländische Nonnen und sie züchten Seidenraupen.

Um Qualitätsseide zu erhalten, müssen Seidenraupen unter besonderen Bedingungen aufgezogen werden. Die Raupen verpuppen sich in Kokons, wobei sie die Seide in speziellen Drüsen im Maul produzieren und in großen Schlaufen in bis zu 300.000 Windungen um sich herum legen. Jeder Kokon enthält ein ununterbrochenes, sehr langes und feines Filament. Die Kokons bzw. Filamente werden zusammen gehaspelt und bilden einen Seidenfaden. Um 250 g Seidenfaden zu erhalten, werden um die 3000 Kokons, das entspricht etwa 1 kg, benötigt.

Der Eindruck, den die Arbeiten aus den Klosterwerkstätten hervorrufen, ist schwer in Worten zu beschreiben. Die Farben, die Formen, die kostbaren Einzelheiten, alles strahlt Lebensfreude aus. Ein Wasserfall der Frische und des Lebens, der von der Meditation und dem Gebet der Schwestern ausgeht; Die Schwestern der Orsa Minore sind in der ganzen Welt bekannt für ihre raffinierten Paramente, die während der Gottesdienste verwendet werden. Sie sind aber nicht günstig, die Sachen von Orsa Minore, aber dafür von Holländerinnen!

Jetzt geht es zurück Richtung Gotthard. Pater Jerzy bittet uns den Rosenkranz nicht laut zu beten, es könnte zu einem Nickerchen unseres Fahrers führen. Beim Gotthard angekommen erzählt Pater Jerzy dass er in Stille den Rosenkranz gebetet hat und das sein Gebet erhört wurde: Es gibt keinen Stau.

Wir danken Pater Jerzy, Maria, Ernst, Elisabeth und allen die unsere Reise ins Tessin so fröhlich und schön organisiert haben. Demnächst, im 2014 soll‘s nach Rom gehen(?)

für den Pfarreirat/rgc

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