Leserbeitrag
Spannende GV der FDP Bezirkspartei Brugg

Informatives Kurzreferat gab Einblick in die Stromproduktion und zu den Optionen, die Stromlücke zu schliessen

Marcel Siegrist
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Die Teilnehmer an der Generalversammlung der FDP Bezirkspartei Brugg auf der Habsburg erhielten im Anschluss an die ordentlichen Geschäfte von Niklaus Zepf, Lei-ter Corporate Development Axpo Holding AG, in einem sehr informativen Kurzreferat Einblick in die Stromproduktion und zu den Optionen, die Stromlücke zu schliessen. Die Erkenntnis ist ernüchternd: Es gibt nicht viele Möglichkeiten.

Bei der Stromentwicklung sind gewisse Faktoren sicher, bei andern sind höchstens Trends erkennbar: Im Jahre 2020 hören verschiedene Kraftwerke mit Produktion auf (ab 2012 fal-len schon einzelne Stromlieferverträge weg). Sollen diese Lücken kompensiert werden, müssen heute die nötigen Schritte eingeleitet werden. Strom ist ein beliebter Energieträ-ger, der andere ersetzt (z.B.: Ölheizungen werden durch Wärmepumpen ersetzt, die die Umwelt insgesamt weniger belasten, die aber mehr Strom brauchen. Benzinautos werden von Elektroautos abgelöst usf.). Der Stromanteil bei der Energie beträgt heute 25 %, er wird 2050 um 50 % liegen. Zwischen 1970 und 2005 hat in der Schweiz der Stromkonsum im Schnitt um 2 % jährlich zugenommen. Ohne neue Produktionsquellen ergibt sich spä-testens im 2020 eine Stromlücke. Unklar ist lediglich, wie gross diese ausfallen wird. Das ist letztlich eine technische Angelegenheit. Politisch dagegen ist die Frage, wie die Lücke ge-schlossen werden kann: Stromimporte sind kaum möglich, weil in ganz Europa Engpässe bestehen und jedes Land zuerst für sich schaut. Unsere Wasserkraft ist ausgereizt. Effizienz wird überall angestrebt. Das Potential bei den neuen Energiequellen (Solarenergie, Wind, Biomasse usf.) ist begrenzt. Zum Schluss kommen wir um den Bau neuer Anlagen auf Gas-, Kohle- oder Nuklearbasis nicht herum. Gas- und Kohlekraftwerke haben die Nachteile des CO2-Ausstosses, der starken Auslandabhängigkeit und des hohen Anteils des Energiestof-fes an den Produktionskosten. Diese Nachteile fallen bei der Kernenergie weg, dafür ist die Entsorgung noch nicht gelöst. Die Axpo setzt gleichzeitig auf mehrere Techniken (Klein-wasserkraft, Biomasse, Geothermik, Gas- und Kernenergie). Über die Hauptrichtung je-doch, welches in Zukunft die wichtigste Energieproduktion sein soll, muss das Volk ent-scheiden.

Die Ausführungen des Referenten lösten unter den Zuhörern eine breite Diskussion aus. Keine Energievariante blieb unerwähnt. Als Quintessenz resultierte die Einsicht, dass die alten Kernenergieanlagen durch neue ersetzt werden müssen.

Vor dem Referat führte der Präsident, Ernst Kistler, die Generalversammlung durch. Die Teilnehmer freuten sich, dass die FDP Bezirk Brugg weiterhin zwei Grossräte stellt, nämlich Rainer Klöti, Auenstein, und Titus Meier, Brugg, und verabschiedete Rolf Alder als Grossrat, Erich Spiess als Vorstandsmitglied und René Müller sowie Christian Keller als Schulräte mit wärmsten Dank. In diesem Jahr stehen die Gemeindewahlen (Gemeinde- und Einwohnerrä-te) im Mittelpunkt des Interesses. Wichtig ist bei Aufstellung der neuen Räte, dass das Re-gionendenken zunimmt und praktisch umgesetzt wird.

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