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Stadtwanderung durch Baden

Marcel Siegrist
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Die alte Hauptstrasse zur Unterstadt.
Unter dem Torbogen der Holzbrücke beim Landvogteischloss in der Unterstand.

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Am letzten Sonntag trafen sich 26 Mitglieder der Naturfreunde Oberfreiamt am Bahnhof Baden. Welche Freude! Bei Stadtführungen ist das Interesse jeweils besonders gross.

Silvia Hochstrasser, unsere Stadtführerin, erklärte beim ältesten Bahnhofgebäude der Schweiz den Namen der „Spanisch-Brötli-Bahn“, weil die Hotel-Angestellten von Zürich für ihre noble Kundschaft diese Morgenspeise holen mussten. Bei der reformierten Kirche erfahren wir von der Tragödie, dass die katholischen Badener nach verlorener Schlacht ihr Schloss Stein schleifen und daraus die reformierte Kirche erbauen mussten. Dann führte uns die Wanderung hinab zu den Thermalbädern und wir erfuhren, was damals dort alles geschah, was man nachher zum Glück wieder beichten konnte.

Im späten Mittelalter war Baden ein verkehrstechnischer Dreh- und Angelpunkt, unter anderem wegen der Tagsatzung und den heilenden Bädern, was damals die Elite aus ganz Europa herbrachte. Überall finden sich noch Verweise auf historische Herbergen, Wandgemälden und Skulpturen. Brücken waren immer sehr bedeutungsvoll: Die Holzbrücke beim Landvogteischloss ist ein technisches Meisterwerk, ein stabiler und robuster Holzbau aus dem Jahre 1810, gleich dahinter die Hochbrücke aus Beton. Von oben kennen wir sie vom Auto aus oder von unten. Ja, wir durften die Brücke sogar von innen sehen. Eine schmale Treppe führte durch ein Labyrinth von Betonstützen und Verstrebungen bis ganz oben am Scheitelpunkt.

Zu Schluss besuchten die Naturfreunde noch den „Tagsatzungssaal“ im Rathaus, wo zur Zeit der frühen Eidgenossenschaft Geschichte geschrieben wurde.

Jens Howoldt

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