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Stromsparen beginnt vor dem Spatenstich

Marcel Siegrist
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Intelligente Haustechnik – unter diesem Thema trafen sich am Freitag, 28. November 2014 rund 30 Personen und 6 Referenten, um mit innovativen Techniken und Erkenntnissen Haussteuerungen optimal mit den Gegebenheiten der Architektur zu verschmelzen. Spannende Vorträge und angeregte Diskussionen im Anschluss der Veranstaltung zeigten, dass in diesem Bereich ein grosses Markt- und Entwicklungspotential vorhanden ist.

Rudolf Tanner vom Hightech Zentrum Aargau hat recherchiert: 50% aller Häuser in der Schweiz wurden vor 1960 erbaut. In einer Zeit, in der Energiesparen noch kein Thema war und die heutigen, innovativen Technologien noch in weiter Ferne lagen. Dort verbirgt sich ein grosses Potential, wirtschaftlich sowie für energietechnische Verbesserungen.

Vernetzung auf Knopfdruck
Heizung, Lüftung, Isolation – viele Faktoren spielen beim Energiesparen eine Rolle – das optimale Zusammenspiel der einzelnen Bereiche ist dafür jedoch zwingend. Und so ist im energietechnischen Sinn das Herz einer Liegenschaft die zentrale Steuerung der einzelnen Geräte. Die neusten Entwicklungen auf diesem Gebiet machen es möglich: Einfach auf Knopfdruck: Licht, Storen, Heizung, Lüftung, Sicherheit, die Kaffeemaschine und auch das Heimkino optimal miteinander zu verbinden. Vernetzt durch ein Hausbussystem – sie kommunizieren meistens über die bestehenden Stromleitungen und verbinden so sämtliche elektrischen Geräte im Haus.

Detaillierte Planung führt zum Erfolg
Hausautomation sorgt für mehr Komfort, mehr Sicherheit, mehr Wirtschaftlichkeit und ist zukunftssicher und das alles unter dem Aspekt der Energieeffizienz. Markus Geiser, Informatiktechniker der Herzog Kull Group in Aarau, ist mit dem Thema bestens vertraut und weiss, dass für die Realisierung eines erfolgreichen Hausbussystems in der Planungsphase wichtige Fragen beantwortet werden müssen. Eine Checkliste hilft da, die Bedürfnisse genausten zu definieren und zwar bis ins Detail – da sind wichtige Punkte wie „Nutzung des Tageslichtes“, „Bewegungsabhängige Schaltungen“ aber auch wetterfühlige Sensoren – sie lassen bei Regen die Fenster schliessen – ein wichtiges Thema.

„Bei allen neuen Autos werden die Fenster elektronisch gesteuert – wieso gehört das bei Häusern und Wohnungen noch nicht zum Standard?“
Markus Geiser

Powerline, funkbasiert oder Spezialsystem – die Qual der Wahl
Fundiertes Wissen ist nötig um sich zwischen den einzelnen Systemen richtig zu entscheiden – auch eine Kombination der angebotenen Hausautomationssysteme kann in Form einer Speziallösung durchaus den gewünschten Erfolg bringen. Klar ist: Der Preis wird bestimmt über die Leistungsmerkmale des Systems. Je intelligenter ein System ist, desto tiefer muss man in die Tasche greifen. Egal, für welches System man sich entscheidet: Es ist stets darauf zu achten, dass die Verrohrung und Verkabelung so angelegt wird, dass Nachrüsten jederzeit möglich ist.

Rahmenprogramm
Neben dem Hauptvortrag zu den verschiedenen Systemen, wurde während der Veranstaltung der selbstlernende, adaptive und vorausschauende Heizungsregler der Brugger Firma Neurobat und das Schlierener Hausbussystem „digitalSTROM“ vorgestellt. Reto Wyss von eHome in Baden packte aus seinem Koffer eine Musterwohnung im Kleinformat und zeigt so auf, wie intelligentes Wohnen in der Praxis umgesetzt wird.

Zukunftsmusik
Marcel Wyss, Student der Hochschule Luzern stellte das innovative Haus vom Solar Declathon – die perfekte Verschmelzung von Architektur und innovativer Haustechnik – vor. Beeindruckende Zukunftsmusik – genauso wie das Potential der OLED-Leuchten: André Philipp vom Fraunhofer Institut in Dresden informierte in seinem Vortrag über die Entwicklungstrends von OLED (Organische Leuchtdioden): Auf flexiblen Oberflächen, auf dem Kochherd, am Kühlschrank, im Auto oder an Gebäuden: Dank leuchtenden Dünnschichtbauelementen aus organischen, halbleitenden Materialien werden Lichtquellen und Multimediageräte einer neuen Dimension entwickelt – schneller als man denkt, werden sie uns bald im Alltag in allen Formen begleiten.
Referate und Impressionen: www.hightechzentrum.ch/energie.

Helen Dietsche

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