Leserbeitrag
«Take off - nimm's lazy mit Kurt & Daisy»

Unterhaltsamer Abend mit professionellem Niveau.

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Am 4. November luden die Kulturkommission Schönenwerd und die Protagonisten des Programms «Take off - nimm's lazy mit Kurt & Daisy» zur Premiere dieser neuen Produktion von Gitte und Martin Deubelbeiss aus Erlinsbach. Die in den Casinosaal strömenden Premierengäste wurden durch uniformierte Bedienstete der «Fly Emmital» begrüsst. Das Gedränge am Eingang und im Saal weckte denn auch Erinnerungen an das Getümmel in einer Abflughalle eines Flughafens. Die Vorstellung war ausverkauft, der Saal platzte fast aus den Nähten. Die veranstaltende Kulturkommission Schönenwerd konnte zufrieden sein.

Unterhaltsames Programm

Natürlich spann sich das Geschehen rund ums Schattengibeleggtäli im tiefsten Emmental, wie schon die ersten beiden Produktionen «Mer sötte uf e Bus» und «'s Dorli isch dervo» des Duos Kurt & Daisy. Zu Beginn vernahm man, dass das «Dorli», die ausgebüchste Kuh, nun wieder nach Hause zurückgekehrt ist. Diese Heimkehr veranlasste dann die Bewohner des Schattengibeleggtäli, Veränderungen in die Wege zu leiten. Das bäuerliche Heimwesen wurde in eine Wellnessoase umgewandelt, welche direkt mit einer eigenen Fluggesellschaft, der «Fly Emmital» erreicht werden konnte. Was da alles für Erholunsuchende geboten wird, erfuhren die Fluggäste (Zuschauer) während eines Flugs in dieses Resort der Erholung und Erquickung. Auch die nicht sichtbaren Mitarbeiter Rüedu und Toni wurden den Fluggästen vorgestellt als kompetente und tüchtige Mitarbeiter des Unternehmens Schattengibeleggtäli. Leider verhedderte sich Rüedu bei der Aufzeichnung eines Vorstellungsfilms bei jeder Wiederholung der Szene in immer abstrusere Wendungen, was dem Knecht des Heimwesens nicht übel genommen werden konnte.

Professionelles Kaberett mit gutem Unterhaltungswert

Alles Wissenswerte wurde aber nicht in trockenen Worten präsentiert, sondern mit lustigen und ironischen Texten und aufgelockert mit bekannten Popsongs, auf die zum Stück passende Texte geschrieben wurden. Zum Beispiel «D Venus vo Bümpliz» von «Patent Ochsner» oder «E Schwan so wiss wie Schnee» von Gölä, der zu einer «Chue so wiss wie Schnee» wurde. Dargeboten wurden die musikalischen Passagen in grossartiger Qualität, sowohl der Gesang wie auch die Gitarrenbegleitung von Martin Deubelbeiss. Das Schauspielerische war minutiös einstudiert und wirkte nie aufgesetzt. «Kurt» glänzte auch beim Kasatschok, als er die russischen Gäste vorstellte. Als das Mikrofon von «Daisy» den Dienst versagte, wurde die Panne so gut überbrückt, als gehörte dies zum geplanten Ablauf. Kurz: Ein Abend der viele der heutigen Comedians weit in den Schatten stellte, was das Publikum immer wieder mit spontanem Szenenapplaus honorierte. Man kann sagen, dass sich der Besuch dieser Vorstellung gelohnt hat.

Bild: Kurt und Daisy zeigen, wie man zu sich selbst findet. (Bild: Arno Oppliger)