Leserbeitrag
Über das Glück des Daseins

Marcel Siegrist
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Eine gute Hundertschaft an Zuhörerinnen und Zuhörern lauschte am vergangenen Donnerstagabend, dem 11. September 2014, gespannt den Ausführungen des Autors Lorenz Marti. In äusserst verständlicher Weise verband er wissenschaftliche Erkenntnisse mit philosophisch-poetischen Weisheiten.

Grundlage und Hauptinhalt war das 2012 erschienene Buch „Eine Hand voll Sternenstaub“. Lorenz Marti – er arbeitete früher unter anderem als Religionsredaktor bei Radio DRS2 – erschloss im Wechsel zwischen Vortrag und Lesung seinen lange dauernden Weg, der, mit Höhen und Tiefen ausgestattet, ihn zu diesem Buch hinführte. Seine Fragen leiteten ihn an, sich in der Naturwissenschaft kundig zu machen, die Überlegungen der Quanten- und der Astrophysik nachzuvollziehen und in der Mystik Klärungen zu finden. Doch Fragen blieben: Warum gibt es uns? Wo kommen wir her und wo gehen wir hin? Warum sind wir alle einzigartige Menschen?

Seine Grenzerfahrungen im Durchblättern der Schöpfungsgeschichte führten ihn an die Ursprünge des Universums, zurück an die Anfänge einer 14 Milliarden alten Evolutionsgeschichte. Da fand er auch wesentlichste Aussagen wie: „In jedem Menschen drückt sich das Einmalige der Schöpfung aus“. Da blieb das Staunen; Marti verstand es, die Relativierung im grossen Zusammenhang aufzuzeigen und zu überzeugen, dass das Ganze einen Sinn hat. Er schilderte in einnehmender Art, wie der Blick in die Ferne, in die Welt des Alls, uns wahrnehmen lässt, dass die Sterne uns den Weg zeigen, dass die Sterne das Geheimnis mittragen, dass ihre „scheinbare“ Ruhe uns anzustecken vermag: „Sterne rechnen nicht, sie leuchten; sie sind leuchtende Vorbilder!“

Eindrücklich blieb auch die Feststellung, dass in der Evolution es stets zu gewaltigen Krisen gekommen ist; sie seien im Rückblick aber hilfreich. So stimme eben die Wahrheit, dass Gleichgewicht nicht kreativ sei, nämlich eher Stillstand bedeute. Das Ungleichgewicht ermögliche Kreativität.

Der spannende Abend machte klar, dass Mensch und Mikrokosmos nicht Maschinen seien, dass Unfassbares bleibe und manche Frage auf Verborgenes und Geheimnisvolles stosse.

Der Anlass, den die Emausbruderschaft Baden mit Unterstützung der katholischen Kirchgemeinde Baden im Saal der Sebastianskapelle organisiert hatte, öffnete den begeisterten Teilnehmenden neue Sichtweisen.

Hanspeter Neuhaus