Leserbeitrag
Urdorfer Senioren: Ferien in der Kneippstadt

Toni Blaser
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undefined Auf einer Führung durch den Bad Wörishofer Kurpark
undefined Kneippsches Wassertreten auf einer Wanderung
undefined Knifflige Aufgaben auf dem Barfussweg

Vierzig Urdorferinnen und Urdorfer älteren Semesters machten sich zu Beginn der letzten Augustwoche auf eine dreistündige Carreise nach Bad Wörishofen im Allgäu . In dieser charmanten Kleinstadt wirkte im vorletzten Jahrhundert der berühmte Hydrotherapeut Sebastian Kneipp, was zur Folge hatte, dass der Ort bis auf den heutigen Tag ein weitherum bekannter Kneippkurort geblieben ist. Selbstverständlich machten sich denn auch manche der Reisegruppe die Kneippsche Bäderabteilung ihres komfortablen Hotels Sonnengarten zunutze, ihr Wohlgefühl zu steigern. Auch liessen sich etliche frühmorgens von Therapeutin Anke zur Entspannung einen Heublumenwickel auflegen. Doch auch wenn das Erbe des Wasserdoktors in Bad Wörishofen allgegenwärtig war, hatten sich die Urdorfer natürlich nicht nur seinetwegen für diese prächtige Ferienwoche angemeldet, eine Woche übrigens, in der am Himmel und in den Herzen der bestens gelaunten Teilnehmenden praktisch unentwegt die Sonne lachte.

Peter und Lisbeth Meier, die umsichtigen Organisatoren mit langjähriger Ferienwochen-Erfahrung, hatten zwar für jeden Tag interessante Angebote erarbeitet, aber auch immer wieder betont, dass jedermann frei sei, diese zu nutzen. Man hätte also als Kontrastprogramm zum oft anstrengenden und hektischen Alltag einfach mal eine ruhige Kugel schieben und sich’s so wohl ergehen lassen können. Aber nichts da! Zu unternehmungslustig war die muntere Gruppe, zu neugierig auch, ihren Ferienort und seine nähere und weitere Umgebung näher kennenzulernen. So bummelte man lustvoll im grossen Kurpark mit seinen faszinierenden Themenbereichen herum, und nicht weniger als zwei Dutzend der doch teilweise bis deutlich über Achtzigjährigen tat sich dort gar den anspruchsvollen und nicht selten auch schmerzvollen Barfussweg an! Doch sie alle wussten natürlich: Eine erfrischende kneippsche Kaltwasseranwendung zum Schluss, und alle fühlte sich wieder wie neu geboren!

Eine grössere Wanderung in die weite Natur rund um Bad Wörishofen führte an Stellen, wo sich Füchse und Hasen gute Nacht sagen, aber auch zum „Jagdhäusle“, wo feines Essen und für einige auch eine spannende Minigolfpartie lockten. Ein Carausflug nach München mit Stopps am Wörth- und am Ammersee sowie ein solcher auf den Hohen Peissenberg, auch bayerische Rigi genannt, und zur Wieskirche, einer prächtig ausgestatteten gotischen Wallfahrtskirche im so genannten „bayerischen Pfaffenwinkel“, rundeten das Programmangebot ab.

Nebst solchen Exkursionen blieb aber noch viel Zeit, Bekanntschaften zu pflegen und zu knüpfen, das eine oder andere Jässchen zu klopfen, in kleineren oder grösseren Gruppen die Bad Wörishofer Gastronomie zu testen, der Kurkapelle zu lauschen, die Werke einheimischer Kunsthandwerker zu bewundern und, und und...

Als es nach sieben erlebnisreichen Tagen Zeit war, in den Car einzusteigen, um die Heimreise anzutreten, entsandte die einzige dunklere Wolke der ganzen Ferien ein paar Tropfen der Wehmut auf die silbergrauen Urdorfer Häupter. Eine schöne, erlebnisreiche Zeit war zu Ende gegangen, aber auch eine Ära: Peter und Lisbeth Meier hatten nämlich diese Seniorenferien zum letzten Mal geleitet. Ihre dankbare Klientel hatte die liebevolle, umgängliche Art dieses Paars immer sehr genossen und die beiden denn auch entsprechend herzlich verabschiedet. Mit Rosmarie und Toni Blaser wird inskünftig ein jüngeres Ehepaar versuchen, in die grossen Fussstapfen ihrer beliebten Vorgänger zu treten.

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