Leserbeitrag
Wallfahrt an Maria Himmelfahrt

Marcel Siegrist
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Am 15. August haben 20 Pilger den Pilgerweg von Etzgen nach Todtmoos unter die Füsse genommen.

Die Priesterbruderschaft St. Petrus und Pater Markus Schmidt von der Bruderklausenkapelle in Etzgen hatten die Gläubigen am 15. August zu dieser Wallfahrt nach Todtmoos, zu Ehren der „Königin der Apostel“, eingeladen. Um 6.00 Uhr trafen sie sich in Etzgen in der Bruderklausenkapelle zur Andacht mit Aussetzung des Allerheiligsten.

20 Pilger machen sich auf den Weg

Gestärkt durch den Eucharistischen Segen machten sich 20 Pilger mit Pater Schmidt um 6.30 Uhr auf den 35 km langen Pilgerweg. Zuerst ging es den Rhein entlang Richtung Laufenburg, wo die Pflastersteinbrücke nach Deutsch-Laufenburg überquert wurde. Dort folgt der Aufstieg in den Schwarzwald. Pater Schmidt führte die Pilger über Feld- und Waldwege. Die Landschaft beeindruckte mit blühenden Wiesen, Tannenwälder, Stoppelfelder, Moosstrassen, oder Bächlein umrahmt von Farn und moosüberwachsenen Steinen. Es ging bergauf über Stein und Wurzelpfaden, vorbei an Blumengeschmückten Schwarzwaldhäusern, bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel.

Singend und betend

Unterwegs wurden drei Rosenkränze gebetet, oder gesungen. Der neunjährige Sebastian sang das AVE Maria auf Lateinisch und der elfjährige Thomas auf Französisch und Deutsch. Pater Schmidt gab zur Betrachtung des Rosenkranzes folgende Impulse:

Maria unsere Muttergottes ist unsere Königin, somit sind wir Königskinder. Wer sind die Apostel? Die Ehrfurcht und der Respekt vor dem Heiligen. Unsere Mitte, den inneren Frieden im Herzen finden durch Gott Hören, Sehen, Dienen und im Wissen, das Gott uns liebt.

Bei der Grillstelle in Strittmatt brannte das Feuer, auf dem der Cervelat oder das Steak grilliert werden konnte. Nach der verdienten Mittagspause ging es weiter durch den bezaubernden Schwarzwald nach Todtmoos, wo die inzwischen 30 Pilger pünktlich um 16.30 Uhr die Heilige Messe in der Wallfahrtskirche besuchen konnten.

Einst ein „pestilenzialischer Sumpf“

Pater David, der Paulinermönch, sprach zu den Pilgern. Er erzählte die Legende von der Gnadenstätte zu „unserer Lieben Frau“ von Todtmoos: Einen grausamen „pestilenzialischen Sumpf“ soll es an dieser Stätte gegeben haben, dass sogar die Vögel in der Luft vom Dampf hinuntergezogen wurden und erstickten. So entstand der Name Todt-Moos. Da ist die Gottesmutter Maria im Jahre 1255 dem Priester Dietrich von Rickenbach erschienen. Er solle die mit einem Kreuz bezeichnete Tanne fällen und dort eine Kapelle bauen, und der Fluch würde von dieser Gegend genommen. Noch heute ist der Raum unter der obersten Altarstufe der rechten Seitenkapelle mit der darunterliegenden früheren Kirche verbunden, wo der Standort der Tanne war, und der als ein Platz besonderer Kraft und Wirkung von den Besuchern aufgesucht wird. Im Pilgerlied von Todtmoos steht: „O Königin, Mutter im schönen Todtmoos, kein Pilger wird scheiden von dir je „hilflos.“

Pauliner seit 30 Jahren in Todtmoos

Pater David wies noch darauf hin, dass die Pauliner heute ihr 30-Jähriges Bestehen in Todtmoos feiern. Seit dem 15. August 1987 haben die Pauliner ihren Konvent im Pfarrhaus von Todtmoos gegründet und den Seelsorgedienst in Pfarrkirche und Marienheiligtum übernommen. Der Paulinerorden geht bis ins 13. Jahrhundert zurück. Er ist in Ungarn vom sel. Eusebius gegründet worden. Zum Wesen des Paulinerordens gehören: -Kontemplation Gottes in der Einsamkeit, -Liebe zum liturgischen Gebet, -ein armes und arbeitsames Leben, -Apostolische Tätigkeit, besonders die Verkündigung des Wortes Gottes und das Spenden des Busssakramentes. Heute arbeiten die Pauliner hauptsächlich in Polen.

Nun lud Pater David zur Heiligen Messe im a.o. Ritus mit Pater Schmidt ein, die das erste Mal seit 30 Jahren hier öffentlich gefeiert wurde, begleitet vom Organist Andreas Furrer und der Frauen-Schola von Etzgen. Zum Schluss der Heiligen Messe wurden die mitgebrachten und mitgetragenen Kräutersträusse gesegnet, wie es Brauch ist an Maria Himmelfahrt.

Lengnau, 21.8.2017

Marianne Baldinger-Lang

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