Leserbeitrag
Werkstattgespräch: Lenzburg und Umgebung: Verkehr-wohin?

Die zweiten Gespräche

Marcel Siegrist
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Die Bezirks- und Ortsparteien Lenzburg der glp und der CVP hatten zu ihrem zweiten Werkstattgespräch geladen. Nachdem sich die erste gemeinsame Veranstaltung der beiden Parteien im Mai mit der Siedlungspolitik in der Region Lenzburg-Seetal beschäftigt hatte, befasste sich der zweite öffentliche Anlass nun mit dem Thema Verkehr.

Nachdem die Verkehrsproblematik in der Region Lenzburg-Seetal im Zusammenhang mit der Vernehmlassung des revidierten Richtplanes in den vergangenen Wochen mehrfach in den Medien thematisiert worden war - die AZ berichtete darüber - waren der Einladung eine stattliche Anzahl Interessierter gefolgt.

Christine Hehli Hidber, Vizepräsidentin der CVP Bezirkspartei Lenzburg, die als Moderatorin durch den Abend führte, begrüsste die Anwesenden und führte mit einer kurzen Einleitung in die Problematik des Verkehrsknotenpunktes Lenzburg ein: während die Bewohner im unteren Seetal einen schnellen Zugang zur Autobahn bzw. zum Bahnhof Lenzburg wünschen, sind die Lenzburger Bewohner verständlicherweise nicht erfreut, diesen Durchgangsverkehr absorbieren zu müssen. Aus dieser Konstellation ergeben sich unterschiedliche Interessen. Der Anlass solle dazu dienen, mögliche politische Lösungen für diesen Interessenskonflikt aufzuzeigen.

In einem ersten Teil zeigten zwei sachverständige Referenten die Thematik auf: Ruedi Baumann, Präsident des Regionalraumplanungsverbandes Lenzburg-Seetal knüpfte bei den Erkenntnissen der ersten Veranstaltung zur Siedlungspolitik an und führte aus, dass die Re-gion in den kommenden Jahren mit einem weiteren Wachstum und somit zunehmendem Individualverkehr zu rechnen habe. Eindrücklich waren seine Hinweise, wonach in Lenzburg beim Freiämterplatz sowie in Seon beim Bahnübergang Richtung Schafisheim täglich je ein deutlich höheres Verkehrsaufkommen zu verzeichnen seien als beim Gotthardtunnel.

Christian Brenner vom Stadtbauamt zeigte anschliessend in seinem Referat Lösungsmög-lichkeiten des sog. Verkehrsmanagement auf, bei dem der Verkehr mittels Verkehrslenkung bzw. - Steuerung „gemanaged" wird.

In einem zweiten Teil präsentierten Politiker von glp und CVP mögliche Lösungsvorschläge zu einzelnen Bauvorhaben, welche jeweils von den Sachverständigen Ruedi Baumann und Christian Brenner kommentiert wurden: Barbara Portmann, Grossrätin der glp, führte dabei einleitend aus, dass beide Parteien eine regionale Planung avisierten, welche die Siedlungs-politik einbezieht und den Ausbau bestehender Verkehrswege bevorzuge. Demgegenüber sollten neue Strassen nur aus Sicherheitsgründen gebaut werden und schützenswerte Land-schaften grundsätzlich nicht verbaut werden dürfen.

Trudi Huonder, Grossrätin der CVP und selber im unteren Seetal wohnhaft, präsentierte als erste das Projekt Seon Nordspange. Beat Hiller von der glp, der selber Verkehrsplaner und somit Fachmann ist, stellte anschliessend einen Lösungsansatz für die Lenzburger Kerntan-gente dar. Schliesslich machte Sabine Sutter-Suter, Vorstandsmitglied der CVP Bezirkspartei Lenzburg, Vorschläge zum Projekt Spange Hornerfeld.

In einem dritten Teil wurde das anwesende Publikum für Fragen bzw. Anregungen einbezo-gen. Es ergab sich eine lebhafte Diskussion, anhand derer die unterschiedlichen Interessen, nicht zuletzt auch bei den anwesenden Referenten, zu Tage traten. Wenn es auch nicht zu einer Annäherung der jeweiligen Interessen und somit zu konkreten Lösungsansätzen kam, so hatte man doch den Eindruck, dass die interessante Diskussion immerhin zu einer Annä-herung für das Verständnis der jeweils anderen Position geführt hatte.

Im November wird ein drittes Werkstattgespräch zum Thema Öffentlicher Verkehr stattfinden, das wiederum durch die glp und CVP organisiert werden wird.

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