Leserbeitrag
«Wir wollen uns den grauen Tag vergolden, ja vergolden!»

Arno Oppliger
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Bilder zum Leserbeitrag

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«Der Nebel steigt, es fällt das Laub; / schenk ein den Wein, den holden! / Wir wollen uns den grauen Tag / vergolden, ja vergolden!» So fordert Theodor Storm in seinem Gedicht «Oktoberlied» den Leser auf, bei einer Herbststimmung nicht zu verzagen, sondern das Leben zu geniessen. Diesem Motto lebte eine grosse Anzahl von Seniorinnen und Senioren über 70 Jahre nach, indem sie sich trotz regnerischem Wetter ins Haus im Park in Schönenwerd begaben, um im Trockenen bei Unterhaltung und Imbiss etwas Lebensfreude zu tanken.

Gemeindepräsident verspätete sich etwas

Die Präsidentin der Alterskommission, Brigitte Burri, musste zu Beginn mitteilen, dass sich Gemeindepräsident Peter Hodel etwas verspäten würde, da er im Stau stecke. So übernahmen Maya und Elmar Schmid aus Gretzenbach den Auftakt zum Herbst-Seniorennachmittag. Doch schon nach zwei Darbietungen konnten sie das Programm unterbrechen, um dem eingetroffenen Gemeindepräsidenten das Wort zu überlassen, der über die neusten Aktivitäten in der Gemeinde orientierte. Seine Orientierung begann mit der erfreulichen Mitteilung, dass der Steuerfuss im Jahr 2015 nicht erhöht werden müsse. Zwar rechne der Gemeinderat mit einem Mehraufwand von 350'000 Franken für das kommende Jahr. Dies sei aber verkraftbar. Möglich sei dieses Ergebnis, weil die Gemeinde Schönenwerd mehr Mittel aus dem Finanzausgleich erhalte.

Eppenberg-Tunnelbau wirft Schatten voraus

Die grossen baulichen Aktivitäten in der Wöschnau und oberhalb der Mündung des Gretzenbacher Baches seien die Vorboten für den Eppenberg-Tunnelbau. Schönenwerd werde in den kommenden fünf Jahren noch weiter von den Arbeiten an diesem grossen Bauwerk betroffen sein. – Auch im Wohnbaubereich gehe es vorwärts. So seien die Ausmasse der Überbauung im Park hinter dem ehemaligen Museum Bally-Prior nun sichtbar. Auf diesem Gelände entstehen 70 Wohnungen. Dies werde Einfluss auf die Schulraumplanung haben, mit der sich der Gemeinderat bereits befasse. Rechne man damit, dass in jeder zweiten Wohnung ein Kind einziehe, so sei dies bereits mehr als eine Schulklasse. Zum Schluss orientierte Peter Hodel noch über die Auswirkungen der Einführung des neuen Finanzausgleichsgesetes (Gesetz über den Finanz- und Lastenausgleich der Einwohnergemeinden [FILAG EG]). Er machte darauf aufmerksam, dass bei einer Ablehnung die Rechnung der Einwohnergemeinde Schönenwerd schlechter als prognostiziert ausfallen würde.

Stubete mit Maya und Elmar Schmid

Nach den Ausführungen des Gemeindepräsidenten setzten Maya und Elmar Schmid ihre Darbietung fort. Mit Handharmonika- und Alphornklängen, vor allem aber mit Gesang und Humor unterhielten sie die Senioren mit ihrem Programm. Für die volkstümlichen Klänge, die sehr gut ankamen, ernteten sie den verdienten Applaus. Sie vergoldeten den grauen Tag im Sinne des Storm-Gedichts vorzüglich. Anschliessend servierten die Mitglieder der Alterskommission und ihre Helferinnen den allen mundenden Imbiss mit Kaffee oder Tee.

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