Schlieren

Alles einsteigen: In der Holzklasse ans Schlierefäscht

Das Kern-OK des Schlierefäschts testet den Drittklasswagen, in welchem am Schlierefäscht Rundfahrten angeboten werden: Sabrina Berri (Finanzen und Gastronomie), Charly Mettier (Vize-Präsidium und Kommunikation), Jürg Zahner (Festgelände, Infrastruktur und Sicherheit), Markus Bärtschiger (Vertretung Stadt), Rolf Wild (Präsident), Albert Schweizer (Sponsoring) und Barbara Gysling (Aktivitäten, Programm und Koordination).

Das Kern-OK des Schlierefäschts testet den Drittklasswagen, in welchem am Schlierefäscht Rundfahrten angeboten werden: Sabrina Berri (Finanzen und Gastronomie), Charly Mettier (Vize-Präsidium und Kommunikation), Jürg Zahner (Festgelände, Infrastruktur und Sicherheit), Markus Bärtschiger (Vertretung Stadt), Rolf Wild (Präsident), Albert Schweizer (Sponsoring) und Barbara Gysling (Aktivitäten, Programm und Koordination).

In einer der grössten betriebsfähigen Dampfloks werden am Stadtfest im September Lägern-Rundfahrten angeboten. Das Kern-Organisationskomitee schaute sich den «Schlierefäscht-Express» aus der Nähe an.

Die Dampflok mit dem charmanten Namen «141 R 1244» wird am Schlierefäscht von Anfang September wohl eine der Hauptrollen spielen. Für zwischen 25 und 35 Franken können Besucher nämlich an einer rund zweistündigen Dampflok-Tour in historischen Bahnwagen teilnehmen. Vom Schlieremer Bahnhof geht es über Baden, Turgi, Koblenz, Eglisau und Bülach wieder zurück nach Schlieren. Es ist eine Lägern-Tour. Der Anlass zu diesem Spektakel ist das 120-Jahr-Jubiläum der Wagonsfabrik. So wird die Lok Reisezugwagen nach sich ziehen, die in den 1950er- und 1960er-Jahren in Schlieren hergestellt wurden. «Ich unternahm bereits mehrere solcher Fahrten in historischen Kompositionen und es ist wirklich ein unvergleichbares Gefühl», sagt Patrick Bigler. Der Leiter des Wagi-Museums lud das siebenköpfige Kern-OK zu einer Besichtigung des Rollmaterials, das im Bahnpark Brugg steht. Präsident Rolf Wild, Kommunikator und Vizepräsident Charly Mettier, Finanzerin Sabrina Berri, Programmchefin Barbara Gysling, Sicherheits- und Infrastrukturchef Jürg Zahner, Stadtpräsident Markus Bärtschiger und der Sponsoring-Verantwortliche Albert Schweizer folgten der Einladung.

Bei einer Führung durch den Bahnpark liessen sich die Fest-Verantwortlichen von Hans-Peter Moser zahlreiche Schätze der Bahngeschichte erklären. Der Präsident des Vereins Mikado 1244, der die Dampflok unterhält und betreibt, betont, dass die «141 R 1244» eine der grössten noch betriebsfähigen Dampfloks Europas ist. «Ich hätte nicht gedacht, dass sie so riesig ist», heisst es von den Zuhörern. Schweizer erkundigt sich, wie viele Liter Brennstoff es zum Antrieb der 190-Tonnen-Maschine denn brauche. «Liter ist dabei wohl die falsche Masseinheit. Kubikmeter ist da angemessener», sagt Moser mit einem Schmunzeln. Für einen Tag Betrieb schluckt die Lok rund vier Kubikmeter Öl.

Damit das sorgfällig restaurierte Gefährt keine Standschäden erleidet und das Wissen über den Betrieb nicht verloren geht, muss sie genutzt werden. «Solche Anlässe wie in Schlieren sind für uns natürlich eine tolle Gelegenheit, unsere Arbeit einem breiten Publikum zugänglich zu machen», so Moser. Jährlich wird die «141 R 1244» zwischen drei und vier Mal in Betrieb genommen. Bereits rund 24 Stunden vor der Fahrt muss mit dem Anheizen begonnen werden. Was man sich nur schwer vorstellen kann: Die Lok kann richtig schnell werden. Bis zu 100 Kilometer pro Stunde würden erreicht.

Dampflok stammt aus Montreal

Jahrelang stand sie im Einsatz der französischen Staatsbahn SNCF, erstellt wurde sie aber 1946 im kanadischen Montreal. «Nicht ganz alle Loks schafften den Transport mit dem Schiff nach Europa. Eine ganze Ladung versank im Atlantik. Leider kommen wir nicht so einfach an die für uns wertvollen Ersatzteile am Meeresboden heran», sagt Moser.

Nicht auf der anderen Seite des Atlantiks, sondern in der ehemaligen Wagonsfabrik in Schlieren, wurden die Reisezugwagen erbaut. Unter vielen anderen Fahrzeugen stehen im Bahnpark Brugg auch zwei Wagen aus Schlieremer Produktion. Neben mehr oder weniger modernen Grossraumwagen aus den 1960er-Jahren verfügt der Bahnpark aber auch über Drittklassen-Fahrzeuge aus der Zeit der Jahrhundertwende. Damals mögen diese Wagen wohl als schlicht und einfach gegolten haben, doch heute weisen sie grossen Charme auf. Den Besuchern des Schlierefäschts stehen für die Lägern-Rundfahrt modernere Fahrzeuge mit gepolsterten Sitzen zur Verfügung. Jene, die nicht in Brugg gelagert sind, stehen momentan in Schaffhausen.

Die Frage, wie viel eine restaurierte Dampflok koste, konnte Moser nicht abschliessend beantworten. Denn: Dies zu kalkulieren sei unmöglich. «Es fliessen unzählige Arbeitsstunden unserer Mitglieder in diese historischen Objekte ein, das lässt sich nicht in einem Betrag ausdrücken.»

Von den Rundfahrten, die im Rahmen des Schlierefäschts jeweils am 31. August, 1. September, 4. September, 7. September und 8. September stattfinden, sind schon zahlreiche ausgebucht, obwohl die Werbetrommel dafür noch nicht geschwungen wurde. «Für uns ist es natürlich erfreulich, dass man sich schon dafür interessiert», so Bigler. Für Bahnfreunde hält das Fest aber noch mehr Attraktionen bereit. So bietet der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland Fahrten entlang der Route der künftigen Limmattalbahn an. Auch hier werden Waggons benutzt, die in Schlieren hergestellt wurden. Dieser Dampfzug – hierbei werden historische Züge mit Holzbänken verwendet – verkehrt am zweiten Festwochenende vom 7. und 8. September.

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