Der Dieselskandal sorgte 2015 weltweit für Aufsehen. Namhafte Autohersteller verwendeten eine manipulierte Software für ihre Dieselmotoren, um die Abgaswerte im Testbetrieb tief zu halten. Im Normalbetrieb schaltete sich diese jedoch teilweise aus, wodurch die Fahrzeuge um ein Vielfaches mehr Schadstoffe ausstiessen, als erlaubt.

Viele dieser Fahrzeuge sind auch heute noch unterwegs. Die Folge: «Die Auswirkungen des Abgasskandals im Zeitraum 2020 bis 2025 werden sich weiter erhöhen», zitiert der «Tages-Anzeiger» einen Bericht des Amtes für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich (Awel). Dies bewirke «eine Verzögerung bezüglich des Absenkungspfads der Stickstoffdioxid-Belastungen von fünf bis zehn Jahren».  

Juristische Folgen hat dies laut Awel keine. Auch sei keine Nachkontrolle für die betroffenen Fahrzeuge vorgesehen.

Verschärfung der Massnahmen

Ab 1. September treten jedoch neue Abgas-Grenzwerte in Kraft. Damit gehen auch neue Massnahmen im Kampf gegen illegale Manipulationen und Tricksereien mit den Abgaswerten einher. Neue Dieselfahrzeuge müssen ab dann nicht nur beim Test im Labor glänzen, sondern auch bei einer realen Messfahrt überzeugen, damit sie freie Fahrt erhalten. Konkret heisst dies, dass die Emissionen auf der Strassenfahrt das 2,1-Fache des Laborwerts nicht übersteigen dürfen. Ab dem 1. Januar 2020 ist dann sogar nur noch der 1,5-fache Wert erlaubt.

Erreicht werden soll dies mithilfe modernster Abgasreinigungssysteme. Autohersteller müssen neue Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern und Katalysatoren auf Harnstoffbasis ausstatten. Solche wandeln Stickoxidverbindungen in die harmlosen Komponenten Stickstoff und Wasser um.

365‘000 Fahrzeuge untersucht

Das Awel hat von 2002 bis 2018 bei 365‘000 Personen- und Lieferwagen das Abgas durch eine Fernmessung mithilfe von auf Strassen installierten Lichtschranken ermittelt. Vorbeifahrende Fahrzeuge wurden erfasst und, sofern es sich um eine ZH-Nummer handelte, auch der genaue Typ und der Jahrgang. So entstand über die Jahre ein riesiger Satz mit Daten aus dem tatsächlichen Alltagsverkehr. (sho)