Reformierte Kirche

Bei ihm sollen Kinder gerne in den Religionsunterricht kommen

Der Urdorfer Jugendarbeiter Thomas Luginbühl ist nun auch in Birmensdorf-Aesch als Katechet tätig. Er will vermehrt Kinder aus den drei Gemeinden zusammenbringen.

Seit Anfang dieses Schuljahres gibt Thomas Luginbühl in der reformierten Kirche Birmensdorf-Aesch Religionsunterricht. Sein Gesicht ist in der Region bereits bekannt: Seit Februar 2015 ist er in der reformierten Kirche Urdorf als Jugendarbeiter tätig und leitet auch dort als Katechet den Religionsunterricht. «Dass ich gerne mit Kindern arbeiten möchte, habe ich bereits in meiner Zeit als Cevileiter gemerkt»,sagt der 34-Jährige. Luginbühl ist ausgebildeter Primarlehrer, doch das Lehramt sei ihm zu strukturiert gewesen. «Ich war auf der Suche nach etwas Neuem, als in Urdorf ein Jugendarbeiter gesucht wurde», erzählt der Urdorfer, der heute in Oberengstringen wohnt. «Durch die Cevi, mit der ich meine gesamte Jugend verbracht habe, hat man mich in der Kirche gekannt und daher für den Job angefragt.»

«Zuerst wollte ich das Angebot ablehnen, weil ich meinte, lieber mit Kindern als mit Jugendlichen zu arbeiten», sagt Luginbühl. Nun habe er aber Freude an den älteren Kindern und Jugendlichen, weil man mit ihnen tiefgründigere Gespräche führen könne und sie eigene Meinungen entwickeln. «Besonders viel Freude macht es mir, die Kinder über eine lange Zeit begleiten zu können», sagt er. Als in Birmensdorf und Aesch ein Religionslehrer gesucht wurde, habe es sich angeboten, das Konzept der Urdorfer Jungen Kirche – genanntJuKi – auch dort einzuführen. «In Urdorf hat es vor mir 25 Jahre lang keinen Jugendarbeiter gegeben. Daher habe ich die JuKi selber aufgebaut», sagt er.

Er bringt Kinder aus Urdorf, Aesch und Birmensdorf zusammen

Neben der JuKi, die Aktivitäten für Fünft-und Sechstklässler anbietet, gehören in Urdorf Konfirmandenunterricht und Konf-Lager, ein Mittagstisch, regelmässige Filmtreffs und Jugendgottesdienste zu Luginbühls Alltag. Zudem erledigt er administrative Aufgaben für die reformierte Kirche Urdorf, für die er im 80-Prozent-Pensum arbeitet. In der reformierten Kirche Birmensdorf-Aesch ist Luginbühl zu 10 Prozent als Katechet angestellt. «Ich finde es schön, wenn ich die beiden Kirchgemeinden zusammenbringen kann.» So organisiere er immer mehr Anlässe, zu denen er Kinder aus Urdorf, Birmensdorf und Aesch einlädt.

«Als Kind habe ich den Religionsunterricht in der dritten Klasse und später den Konf-Unti gerne besucht. Ich musste aber nie in die Kirche gehen», sagt Luginbühl. Ihm sei wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen gerne in den Unterricht und in die Kirche kommen und es kein Müssen ist. «Ich bin kein sehr frommer Mensch», sagt er. «Für mich ist die reformierte Kirche vor allem eine Gemeinschaft und nicht nur eine Kirche. Zudem finde ich es richtig, dass die reformierte Kirche niemandem vorschreibt, was und wie stark er zu glauben hat.»

Auch in der Freizeit ist Luginbühl das Gesellige wichtig: So ist er Mitglied im Turnverein Rotkreuz, wo er einige Jahre gewohnt hat, und organisiere jeweils deren Turnchränzli. «Ich verbringe auch gerne Zeit mit meiner Familie oder einen gemütlichen Abend mit meiner Freundin», sagt er. «Kinder haben wir noch keine.»

Arbeit mit Kindern ist sein Traumberuf

Wie seine Zukunft aussehen wird, weiss Luginbühl noch nicht genau. «Ich finde, man sollte gar nicht zu viele Zukunftspläne machen», sagt er. «Wichtig ist mir, durch meine Arbeit in der Kirche ein soziales Netz mit den Jugendlichen aufbauen zu können, und das braucht Zeit. Daher möchte ich sicher noch zehn Jahre in der Jugendarbeit bleiben.» Dass seine Arbeit hauptsächlich zu Randzeiten, insbesondere abends stattfinde, ist ein Wermutstropfen. Aus diesem Grund würde er nicht für immer in dem Beruf tätig sein wollen.

«Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist aber auf jeden Fall mein Traumberuf», sagt er. Er könne sich auch vorstellen, später wieder als Lehrer tätig zu sein. «Am allerwichtigsten ist es mir, in meinem Beruf einen guten Umgang mit den Kindern zu haben, für sie da zu sein und aufeinander zu schauen», sagt Luginbühl. Das ist in beiden Berufen zentral.

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