Geroldswil

Corona-Warn-App, Liegenschaftsverwaltung und Rechnung beschäftigt die Gemeindeversammlung

Die Firma Grebimmo wird die Bewirtschaftung des Zentrums Huebegg übernehmen.

Die Firma Grebimmo wird die Bewirtschaftung des Zentrums Huebegg übernehmen.

Die Geroldswiler Stimmbürger bewilligen einen Bewirtschaftungsvertrag und die Rechnung 2019.

Die erste Gemeindeversammlung im rechten Limmattal seit der Corona-Lockerung zeigt, dass man von der Normalität noch weit entfernt ist. Nur mittels Schutzkonzept ist der vom 8. Juni auf den 8. Juli verschobene Anlass möglich. Die Versammlungsteilnehmer müssen mit eineinhalb Metern Abstand anstehen, um ihre Kontaktangaben der Gemeindeverwaltung für das Contact Tracing zu überlassen. Hände werden desinfiziert, Schutzmasken werden angeboten.

«Wer hätte geglaubt, dass wir einmal mit Schutzmaske eine Gemeindeversammlung abhalten würden», begrüsste der Geroldswiler Gemeindepräsident Michael Deplazes (parteilos) am Mittwochabend die 63 anwesenden Stimmberechtigten. Auf der Traktandenliste standen die Genehmigung der Jahresrechnung 2019 und die Bewilligung eines Bewirtschaftungsvertrags mit der Firma Grebimmo, die sich um die Betreuung der gemeindeeigenen Liegenschaften kümmern soll. Beide Geschäfte wurden vom Souverän angenommen.

Grundstückgewinnsteuern führen zu gutem Ergebnis

Die Stimmberechtigten hiessen die Jahresrechnung 2019 einstimmig gut. Diese schliesst mit einem Plus von 648'000 Franken bei einem Aufwand von 23,58 Millionen Franken und einem Ertrag von 24,23 Millionen Franken. Das Eigenkapital der Gemeinde erhöht sich dadurch auf 17,94 Millionen Franken. Im Vergleich zum Budget 2019 fällt die Rechnung um 620'000 Franken besser aus. Man rechnete mit einem Plus von 28'000 Franken. Massgeblich zum besseren Ergebnis beigetragen haben laut Finanzvorstand Paul Albrecht (parteilos) die hohen Erträge aus Grundstückgewinnsteuern. «Wir haben diese bereits sehr hoch budgetiert. Mit insgesamt 2,56 Millionen Franken fielen sie schliesslich sogar um 359'000 Franken höher aus als erwartet», sagte Albrecht. Tiefere Ausgaben beim Unterhalt der Strassen und Verkehrswege von 202'000 Franken sorgten ebenso für ein besseres Resultat.

376'000 Franken mehr ausgegeben als budgetiert wurde im Bereich Soziale Sicherheit. Der Mehraufwand sei auf die gesetzliche wirtschaftliche Hilfe zurückzuführen, so Albrecht. Der Investitionsdruck in Geroldswil bleibe, sagte er zum Schluss seiner Erläuterungen. «Das Gemeindehaus muss zum Beispiel bald saniert und die Strassen unterhalten werden.» Zudem stünden Gebührenanpassungen bei der Wasserversorgung, Abwasser- und Abfallbewirtschaftung an. Ein Votant wollte vor der Abstimmung wissen, weshalb die Steuerkraft der Gemeinde wie im beleuchtenden Bericht zur Gemeindeversammlung erwähnt, weiter abnehme. «Das ist ein Problem der Überalterung. Viele Einwohner haben als Pensionierte nicht mehr dasselbe Einkommen wie früher», erklärte Albrecht.

Genehmigt haben die Stimmberechtigten auch, dass das Birmensdorfer Unternehmen Grebimmo die Liegenschaftenverwaltung der gemeindeeigenenen Mietobjekte für je 65'000 Franken im Jahr von 2021 bis 2024 weiter übernimmt.

Zu den Objekten gehören unter anderem zwei Wohngeschosse über dem Hotel Geroldswil, ein Mehrfamilienhaus an der Austrasse, eine Liegenschaft an der Fahrweidstrasse und diverse Parkplätze.

Zum Ende der Versammlung rückte Covid-19 erneut ins Zentrum. «Das Gewerbe und die Gastronomie wurden hart getroffen. Kaufen Sie bei lokalen Geschäften ein, gehen sie im Dorf essen, berücksichtigen Sie lokale Handwerker», bat Gemeindepräsident Deplazes die Anwesenden. Zudem bot er an, nach der Versammlung bei der Installation des Corona-Warn-Apps zu helfen.

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