Winterthur

Coronavirus fordert die Spitäler auch finanziell – und reisst Loch in Winterthurer Spital-Kasse

Das Coronavirus hinterlässt seine Spuren auch in der Kasse des Kantonsspitals Winterthur: im Bild die Baustelle für den Ersatzneubau des KSW.

Das Coronavirus hinterlässt seine Spuren auch in der Kasse des Kantonsspitals Winterthur: im Bild die Baustelle für den Ersatzneubau des KSW.

Das Coronavirus fordert die Spitäler - auch finanziell. Weil die nicht notwendigen Behandlungen für mehrere Wochen gestrichen wurden, reisst das Virus grosse Löcher in ihre Kassen.

Beim Kantonsspital Winterthur (KSW) beispielsweise fehlen für die Zeit des Behandlungsstopps 50 Prozent der Erträge. Pro Woche habe der Ertragsausfall rund 5 Millionen Franken betragen, schreibt das KSW in einer Mitteilung vom Dienstag.

Der Behandlungsstopp galt ab dem 21. März, der Ertragsausfall dürfte insgesamt also rund 25 Millionen betragen. Die Corona-Pandemie werde im Jahresabschluss 2020 ihre Spuren hinterlassen. Die Liquidität des Spitals sei jedoch nicht gefährdet, betonte das KSW.

Am Montag konnte das KSW, wie alle anderen Spitäler auch, das normale Behandlungsprogramm wieder aufnehmen. Dabei wird der normale Spitalbetrieb von der Covid-Abteilung strikt getrennt. Bisher wurden am KSW 189 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden. 81 Patienten wurden stationär behandelt.

Vor der Corona-Pandemie schrieb das KSW noch gute finanzielle Zahlen. Es hat im vergangenen Jahr rund 28'000 Patientinnen und Patienten stationär behandelt. Das sind 1,5 Prozent mehr als 2018.

Grund für die Zunahme ist der steigende Bedarf in der Region. Die Bevölkerung wächst und wird immer älter. Viele Patienten seien gleich von mehreren Erkrankungen gleichzeitig betroffen. Der Ertrag aus stationären Behandlungen stieg um 1,5 Prozent auf 335 Millionen Franken.

Noch stärker als der stationäre Bereich legte im vergangenen Jahr der ambulante Bereich zu: Der Ertrag aus diesen Behandlungen stieg um 7,8 Prozent auf 172 Millionen Franken. Damit erreichte der ambulante Bereich erstmals mehr als die Hälfte des Ertrages, den das KSW mit Spitalaufenthalten erwirtschaftet.

Mehr Leistung, gleich viele Mitarbeitende

Die durchschnittliche Anzahl Vollzeitstellen blieb 2019 mit 2465 auf dem Niveau des Vorjahres. Der gestiegene Leistungsumfang war also nur möglich, weil die einzelnen Mitarbeitenden mehr leisteten. Zudem seien die Abläufe im Alltag verbessert worden, schreibt das KSW.

Die Patientinnen und Patienten sind mit dem Winterthurer Kantonsspital nach wie vor zufrieden. 97,4 Prozent der befragten Patienten würden das Spital weiterempfehlen. Sie benoteten die Behandlungsqualität mit 3,75 von maximal 4 Punkten.

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