Unterengstringen

Der russische Botschafter Alexander Golovin gedenkt den Soldaten von 1799

Seit 2004 wird in der Rüti den bei der Niederlage bei der 2. Schlacht bei Zürich 1799 gefallenen Kosaken gedacht. Normalerweise sind Vertreter der russischen Botschaft anwesend. Gestern war es aber der neue russische Botschafter Alexander Golovin.

Die Buchstaben CD auf dem Nummernschild verraten es - hier fährt ein Diplomat vor. Im Limmattal ist dies selten der Fall, mit Ausnahme von Unterengstringen. Dort weis man sich auf dem diplomatischen Parkett zu bewegen. Seit 2004 wird in der Rüti, oberhalb des Klosters Fahr, den bei der Niederlage bei der 2. Schlacht bei Zürich Ende September 1799 gefallenen Kosaken gedacht. Mit dabei an diesen Anlässen sind jeweils auch Vertreter der russischen Botschaft in Bern. In den vergangenen Jahren war dies meist ein Gesandter.

Gestern liess es sich der neue russische Botschafter in der Schweiz, Alexander Golovin, nicht nehmen, persönlich an der Gedenkfeier teilzunehmen. Zusammen mit Unterengstringens Gemeindepräsident Peter Trombik erwies er den toten Soldaten die Ehre.

«Dieser Gedenkstein symbolisiert nicht nur die Ereignisse von 1799, sondern auch die guten Beziehungen zwischen Unterengstringen und Russland», sagte Golovin. Trotzdem wagte er, aus gegebenem Anlass, einen Blick in die Vergangenheit. In diesem Jahr gedenkt Russland dem Sieg über Napoleon im Vaterländischen Krieg von 1812. Golovin erinnerte daran, dass die russische Armee danach in Paris einmarschierte. Ein Ereignis, das schliesslich im Wiener Kongress mündete, wo Europa neu geordnet wurde.

Ein Treffen unter Freunden

Auch Trombik wies in seiner Ansprache darauf hin, dass man sich an der Gedenkfeier als Freunde treffe. «Es ist schön, wie das russische Volk seine Traditionen hochhält. Das ist nicht selbstverständlich. Wir Schweizer haben in dieser Beziehung mehr Mühe, leider», so Trombik. Um dieser Freundschaft Ausdruck zu verleihen, wurden die Gäste, unter anderem der russische Konsul Konstantin Nefedov, Ataman Igor Yanov sowie die beiden Unterengstringer Ehrenbürger Jakob Meier und Willy Haderer, nach der Gedenkfeier zu einem Umtrunk unter anderem mit Wodka geladen. Überdies stand eine Führung durchs Kloster Fahr auf dem Programm. Bevor es so weit war, segnete Priester Mikhail Zeman von der russisch-orthodoxen Kirche Zürich das Denkmal.

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