Dietikon

Die Jamsession zog die Limmattaler Musiker an

Der Tenorsaxofonist René Esch initiierte mit Fabian Hauser ein Improvisationskonzert im Kulturzentrum Gleis 21 in Dietikon.

Donnerstagabend, fünf vor acht, und noch sind im Saal des Kulturhauses Gleis 21 direkt am Bahnhof Dietikon nur Hobbymusiker René Esch und Betriebsleiter Fabian Hauser anwesend. Die beiden sind die Initianten der neuen Reihe Valley Jam, deren erste Session nun über die Bühne geht, und haben die Ruhe weg.

Die Technik wurde getestet, die Bühne mit Schlagzeug, Klavier, Mikrofonen und Verstärkern für Bass und Gitarre ausgestattet. Nun wartet man. «Wir wissen nicht, was wir spielen», sagt der 52-jährige Dietiker Esch, dessen Saxofon-Sammlung aus 250 Instrumenten besteht, die bei ihm zu Hause stehen.

Dies ist nicht untypisch für Jamsessions. Denn die Idee besteht darin, spontan gemeinsam zu musizieren. «Der Vibe des Valley Jams soll offen und locker sein. Wir sind keine Profis. Schräge Töne sind also auch okay, einfach nicht das ganze Stück lang», sagt Esch, der als Kind begonnen hat, Saxofon zu spielen, sich jedoch das Instrument erst seit vier Jahren wirklich beigebracht hat. Solange man die Tonarten kenne, könne man sich gut orientieren.

Kein Downtown Jam, sondern ein Valley Jam

Die Idee, einen Jam in das Valley an der Limmat zu bringen, entstand vor einigen Wochen: «Ich wollte neben dem Downtown Jam in Zürich auch einen in meinem Heimatort aufbauen. Ein gemeinsamer Kollege machte Fabian Hauser und mich bekannt und so überlegten wir, was möglich wäre», sagt der ehemalige Banker, der heute auch im Eventmanagement tätig ist.

Zur Jamsession kommen viele Musiker aus dem Limmattal. Viele sind Freunde von Esch und packen die Instrumente aus, steigen auf die Bühne, grüssen sich und spielen Klassiker wie das soulige Stück «Mustang Sally», den Jazzstandard «How High the Moon», die Schweizer Kulthits «Campari Soda» sowie «Hemmige» und den R-’n’-B-Evergreen «Sunny». Das Limmattal zeigt mit dieser Jamsession erneut seine Kreativität, Spontanität und Originalität. Durch das musikalische Potpourri ist für jedes Ohr etwas da. Alle paar Lieder stehen wieder andere Gesichter und Instrumente auf der Bühne, was abwechslungsreich ist. Die künstlerischen Allrounder sorgen auf und vor der Bühne für heitere Stimmung. Der Betriebsleiter Fabian Hauser zeigt sich glücklich: «Es war fantastisch. Wir waren nicht so sicher, ob es funktionieren würde. Doch es kamen alle möglichen Altersgruppen, Musiker und Gesellschaftsschichten. Wir hatten fast immer etwa 30 Leute im Raum.»

Der 46-Jährige, der selbst kurz am Schlagzeug am Jam teilnahm, hat jedoch einige Ideen für das nächste Mal: «Wir könnten Leute von der Stadtmusik Dietikon anfragen, damit wir neben Saxofonen noch ein wenig Blech auf der Bühne haben.»

Auch Jam-Teilnehmer und Saxofonist Michele Albanese ist begeistert: «Ich bin zum ersten Mal hier und positiv überrascht. Die Akustik ist wirklich gut. Wir haben so einen Raum gebraucht.» Der 56-jährige Oberengstringer will beim nächsten Valley Jam wieder teilnehmen. Die Konzerte der Reihe finden nun immer am ersten Donnerstagabend des Monats statt.

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