Zeitraffer

Die Tunnelbauer haben Limmattaler Boden erreicht – eine Fahrt im Zeitraffer durch die Gubrist-Röhre

Im Zeitraffer und bis es nicht mehr weitergeht: eine Fahrt durch die neue Gubrist-Röhre

Im Zeitraffer und bis es nicht mehr weitergeht: eine Fahrt durch die neue Gubrist-Röhre.

Ein guter Grund zum Feiern: In der dritten Gubrist-Röhre wurde die Gemeindegrenze von Engstringen nach Weiningen durchbrochen. Der Apero fand vor dem Tunnelausbruch statt.

Es ist angenehm warm. Die Stimmung ist feierlich. Weiningens Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos) steht einige Meter unter Weininger Boden auf frisch ausgebrochenem Fels und schüttelt seinem Regensdorfer Amtskollegen Max Walter (SVP) die Hand.

Am Montagnachmittag haben die Tunnelbauer im Gubrist die Weininger Grenze erreicht. Das muss gefeiert werden. Gläser mit Weininger Weisswein von Alt-Gemeindepräsident Hanspeter Haug klirren. «Je näher wir dem Ziel sind, desto weniger müssen wir aufs Ende plangen», sagt Okle. Die momentane verkehrstechnische Situation verlange den Weiningern viel ab.

Es gehe dabei nicht nur um die Gubrist-Baustelle, auch jene in der Fahrweid und im Dorf würden den Anwohnern zu schaffen machen. Die Umfahrungen und Verkehrshindernisse bringen das Verkehrssystem ans Limit. Da ist das Erreichen von Weininger Boden in der Gubrist-Baustelle eine mehr als willkommene Nachricht. «Wir nehmen die Anliegen und die Sorgen der Weininger ernst und möchten ihnen einen Ausblick geben», sagt Okle. Deshalb ist er froh, als Roland Hug vom Bundesamt für Strassen (Astra) verkündet, man sei gut im Zeitplan und rechne damit, dass die dritte Tunnelröhre 2022 für den Verkehr geöffnet werden könne.

Langersehnter Moment für Hanspeter Haug

Für die Weininger Delegation ist die kleine Feier ein besonderer Moment. Jahrelang hat die Gemeinde für eine Überdeckung beim westlichen Tunnelportal und eine Verschiebung des Halbanschlusses Weiningen gekämpft. Es ging bis vor Bundesgericht, ehe feststand, dass eine 100 Meter lange Überdeckung beim Westportal realisiert wird. Das alles aus nächster Nähe miterlebt hat Alt-Gemeindepräsident Hanspeter Haug. «Ich konnte schliesslich die erste Sprengung für den Tunnel auslösen», sagt Haug. Es sei schon lange sein grosser Wunsch gewesen, das Erreichen von Weininger Boden mit einem Apéro im Tunnel zu feiern.

Hinter ihm sieht man die sogenannte Ortsbrust, den vordersten Teil des Tunnelausbruchs.

Für die Feier wurde der Betrieb an der Front für 30 Minuten gestoppt, doch wenige Minuten zuvor wurde hier mit dem metergrossen Schrämkopf der Teilschnittmaschine Gestein abgeraspelt. Meter für Meter arbeitet sich die Maschine durch den Berg. Da das Material eher weich ist, muss man nicht sprengen. Pro Woche geht es nun, dank der Teilschnittmaschine und den Mitarbeitenden, die fünf Tage die Woche im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten, rund 30 Meter vorwärts.

Tunnel-Patin versorgt Gäste und Bauarbeiter mit Essen

Der langersehnte Durchstich ist für den Herbst dieses Jahres geplant. «Wir sind auf alle Fälle froh, gab es bisher keine gravierende Unfälle oder andere Zwischenfälle», sagt Hug. Man habe bereits viel von den Bauarbeiten an den ersten beiden Gubriströhren lernen können. Wo immer im Tunnel etwas gefeiert wird, ist Tunnel-Patin Maya Grossmann nicht weit weg. Die Wirtin des Weininger Restaurants Linde bringt auch an diesem Anlass die Gäste zusammen.

Gubrist-Tunnelpatin Maya Grossmann im Interview:

"Aufgeregt": Gubrist-Tunnelpatin Maya Grossmann im Interview

Die allseits bekannte Frau plaudert hier und dort ein wenig und verteilt den mitgebrachten Apéro unter den Gästen und den in der Nähe stehenden Bauarbeitern. «Ich freue mich sehr, ist dieser Anlass zustande gekommen», sagt sie. Es ist der erste Anlass in diesem Rahmen nach den strikten Corona-Regeln. Der nächste werde wohl beim Durchstich anstehen.

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