Zürich

Die VBZ erweitert ihr Angebot: App-Rufbus geht im Kreis 9 an den Start

Ab Dienstagabend sind in zwei Zürcher Quartieren fünf Pikmi-Vans unterwegs.

Ab Dienstagabend sind in zwei Zürcher Quartieren fünf Pikmi-Vans unterwegs.

In Altstetten und Albisrieden ist erstmals der VBZ-Sammelbus Pikmi im Einsatz. Das Transportmodell ist auch für ländliche Gebiete interessant.

Auch die Stadt Zürich lässt sich noch besser erschliessen. Etwa dort, wo keine Tramschienen hinführen, Busse zu gewissen Tageszeiten nur im Halbstundentakt verkehren oder sich Direktverbindungen wirtschaftlich nicht rechnen. Das gilt zum Beispiel für Teilgebiete von Albisrieden und Altstetten.

In diesen zwei Stadtquartieren testen die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) nun ein Rufbus-System. Fünf Vans sind dort seit Dienstagabend jeweils zwischen 20 Uhr und Mitternacht im Einsatz und sammeln Passagiere ein, die ungefähr die gleiche Fahrtrichtung haben. Bedient werden die bestehenden Haltestellen der VBZ sowie 150 weitere vordefinierte Haltepunkte.

Werbevideo für das neue Rufbus-System der Verkehrsbetriebe Zürich.

Die Benutzung von Pikmi – so heisst das neue Angebot – ist einfach. Über die gleichnamige App oder per Anruf definiert man seinen Zielort und bucht die Fahrt. Die App zeigt an, wo der Sammelbus hält und wie lange man auf ihn warten muss. «Unser Ziel sind Wartezeiten bis maximal 10 Minuten», sagt VBZ-Projektleiter Silvan Weber. 

Die Pikmi-App zeigt an, wo der Rufbus hält und wie lange man auf ihn warten muss.

Die Pikmi-App zeigt an, wo der Rufbus hält und wie lange man auf ihn warten muss.

Auch die prognostizierte Fahrzeit und Strecke werden auf der App aktualisiert. Denn die Route kann jederzeit ändern.  Sobald auf dem Weg zum Zielort eine weitere Buchung eingeht, errechnet der Algorithmus der israelischen Software ViaVan, ob sich der Umweg lohnt – und welcher der effizienteste ist. Ist der Umweg zu gross, übernimmt ein anderer Pikmi-Bus. 

Wer ein gültiges Ticket für die Zone 110 der Stadt Zürich hat oder ein entsprechendes Abo besitzt, kann Pikmi gratis nutzen. Die Billette können somit auch über die VBZ-App oder am Automaten gelöst werden. Im Bus werden keine Tickets ausgestellt.

Das Betriebsgebiet des Pikmi-Service

Das Betriebsgebiet des Pikmi-Service

Die Vans werden von VBZ-Busfahrerinnen und -fahrern gelenkt. In den Mercedes-Fahrzeugen haben fünf Passagiere Platz. Aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen dürfen derzeit aber nur maximal drei Fahrgäste im Wagen sitzen. Es gilt eine Maskenpflicht.  

Fünf Fahrgäste haben im Pikmi Platz. Aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen dürfen vorerst aber maximal drei Passagiere einsteigen.

Fünf Fahrgäste haben im Pikmi Platz. Aufgrund der Corona-Schutzmassnahmen dürfen vorerst aber maximal drei Passagiere einsteigen.

Für den Transport von Menschen im Rollstuhl ist der Kleinbus nicht ausgerüstet. Das liegt daran, dass die Fahrzeuge tagsüber in die Flotte des Pikmi-Partners Mobility integriert werden. «Wir haben eine erhöhte Nachfrage nach Transportfahrzeugen», sagt Mobility-Geschäftsführer Roland Lötscher. «Und dank der Zusammenarbeit können wir unsere Flotte in den Randzeiten besser auslasten.» 

Je nach Bedarf lässt sich die Kapazität auf sieben Fahrzeuge erweitern und das Einsatzgebiet auf Wiedikon ausdehnen. Der 18-monatige Pilotversuch ist 2018 vom Zürcher Stadtparlament bewilligt worden und wird von der ETH wissenschaftlich begleitet. 

«Der öffentliche Verkehr ist im Wandel», sagt VBZ-Direktor Guido Schoch. «Wollen wir konkurrenzfähig bleiben, müssen wir auch Lösungen für individuelle On-Demand-Angebote haben.» Vergleichbare Modelle in Berlin und Bielefeld hätten gezeigt, dass sie funktionieren. 

Rufbusse könnten sich gemäss Pikmi-Projektleiter Silvan Weber auch ausserhalb der Stadt eignen. Zum Beispiel auf schwach frequentierten Abschnitten. «Zu den Hauptverkehrszeiten sind grosse Busse bestimmt effizienter. Aber gerade in den Randzeiten sehe ich in ländlichen Gebieten grosses Potenzial.»

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