Dietikon

Dietiker Stadtrat prüft fünfte Ferienwoche für Angstellte

Der Dietiker Stadtrat prüft, ob den städtischen Angestellten eine fünfte Ferienwoche gewährt werden soll.

Die Stadt Dietikon will eine attraktive Arbeitgeberin sein: Der Stadtrat prüft, ob dem städtischen Personal eine fünfte Ferienwoche gewährt wird. Für SP-Gemeinderätin Kerstin Camenisch, die dies in einem Postulat angeregt hatte, geht es zu langsam vorwärts.

Die Zufriedenheit des städtischen Personals müsse erhöht werden, hatte die Dietiker SP-Gemeinderätin Kerstin Camenisch in einem Postulat gefordert. Sie regte in ihrem Vorstoss insbesondere an, dass den Angestellten eine fünfte Ferienwoche gewährt wird.

Der Stadtrat kündigt in seiner Antwort nun zwar noch nichts Konkretes an. Er zeigt sich aber bereit, die städtische Praxis zu überprüfen. Er verweist dabei insbesondere auf den Kanton, der seinen Mitarbeitern im Alter von 21 bis 49 Jahren nun ebenfalls fünf Wochen Ferien zugestehen will. Und er zählt auch umliegende Gemeinden und Städte wie Schlieren und Oberengstringen auf, die ihre Ferienregelungen bereits entsprechend angepasst haben oder dies wie der Kanton auf Januar 2020 tun werden. Der Dietiker Stadtrat will nun, wie er schreibt, «zeitnah die entsprechende Diskussion führen und dem Gemeinderat gegebenenfalls einen Antrag unterbreiten.»

Damit bleibe der Stadtrat vage, kritisiert Kerstin Camenisch. «Dabei geht es bei der fünften Ferienwoche doch nicht darum, etwas ganz Innovatives zu beschliessen, das derart viel Zeit braucht.» Letztlich gehe es nur darum, auf die Entwicklungen im Kanton und in anderen Gemeinden zu reagieren und zu ihnen aufzuschliessen, sagt Camenisch.

Fluktuationsrate nicht übermässig hoch

Die Stadt Dietikon sei seit längerer Zeit bestrebt, «sich als fortschrittliche Arbeitgeberin mit guten Anstellungsbedingungen zu positionieren», hält der Stadtrat in seiner Postulatsantwort grundsätzlich fest. Eine Mitarbeiterumfrage im März 2017 habe eine hohe Gesamtzufriedenheit gezeigt, wobei sich aber die Kündigungsabsicht insbesondere der Kaderangestellten als alarmierend hoch erwiesen habe.

Die effektive Fluktuationsrate sei jedoch nicht übermässig hoch, schreibt der Stadtrat weiter. In den Jahren von 2016 bis 2018 lag die Quote zwischen 10,2 und 11,4 Prozent. Als günstige Grösse gilt gemäss Stadtrat eine Quote zwischen 8 und 12 Prozent. «Es findet eine gesunde Blutauffrischung statt, es tritt aber kein schmerzlicher Substanzverlust ein.» Dennoch strebe die Stadt nun eine geringere Fluktuation an.

Der Dietiker Stadtrat ist daran, eine Personalstrategie zu erarbeiten, zu entwickeln und zu implementieren, heisst es in der schriftlichen Antwort. Zudem sind zwei Arbeitsgruppen eingesetzt worden. Eine widmet sich dem Personalmanagement, das unter anderem Personalentwicklung, Nachwuchsförderung und Bewerbungsprozesse beinhaltet. Die andere kümmert sich um Fragen des Personalrechts und damit unter anderem um Lohnstrukturen sowie Arbeitszeit- und Ferienregelungen.

«Stadtrat steht eher auf Bremspedal»

Dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Arbeitsgruppen miteinbezogen werden, begrüsst Postulantin Camenisch. Doch geht ihr der gesamte Prozess zu langsam voran. Die Mitarbeiterumfrage sei im Jahr 2017 erfolgt, zwei Jahre später würden nun zwei Arbeitsgruppen gebildet. «Auch wenn zwischenzeitlich Erneuerungswahlen stattfanden und einige Mitglieder wechselten, der Stadtrat steht da schon eher auf dem Brems- als auf dem Gaspedal.»

Mit ihrem Vorstoss habe sie letztlich auch Druck ausüben wollen, damit sich etwas tue, sagt Camenisch. Das städtische Personal habe dies verdient.

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