Uster

Drei Tage nach Aufbau: Altherr-Turm muss aus Sicherheitsgründen wieder abgebaut werden

Wenn das Kunstwerk zur Polizei-Sperrzone wird: Jürg Altherrs Turm auf dem Zeughaus-Areal in Uster.

Sehr kurzes Schauspiel für den 18 Meter hohen Turm des Künstlers Jürg Altherr in Uster: Bereits kurz nach der Einweihung musste das Zeughaus-Areal aus Sicherheitsgründen abgesperrt und mit dem Rückbau des Turms begonnen werden. Zwei Halteseile hatten sich gelöst.

«Der Altherr-Turm geht bereits in die Sommerferien. Die Stadt Uster demontiert das Kunstwerk und überprüft das Werk. Kunst ist schön, Sicherheit geht vor», twitterte am Montagnachmittag Christian Zwinggi, Kulturbeauftragter der Stadt Uster. Er bestätigte damit eine Meldung des Online-Portals «Züriost».

Erst am Samstag war die Skulptur des im vergangenen Sommer verstorbenen Künstlers Jürg Altherr auf dem Zeughaus-Areal feierlich eingeweiht worden. Am Abend dann hatte sich eines der 120 Seile, von denen das Kunstwerk gehalten wird, aus der Halterung gelöst, wie Zwinggi auf Anfrage sagte.

«Der Turm wird dadurch nicht instabil, das Problem ist vielmehr, wenn ein solches Seil sich löst und herunterfällt.» Jedes einzelne Seil wiegt gemäss dem Kulturbeauftragten 60 Kilogramm. Nachdem das Seil sich am Samstag gelöst hatte, sperrte die Stadt den Bereich um den Turm ab. Als sich am Sonntag ein weiteres Seil löste, beschloss man zusammen mit der Kantonspolizei, das Areal ganz abzusperren.

Im Herbst soll er wiederkommen

«Es ist sehr schade», sagte Zwinggi. «Der Turm steht gut und richtig an diesem Ort.» Auch wenn er etwas sperrig sei, habe man nun sehen können, dass die Skulptur sehr ästhetisch sei. Der Kulturbeauftragte ist sich sicher, dass das Kunstwerk nach den Sommerferien wieder zurückkommt. «Vielleicht wird es Herbst, aber er wird gestärkt wieder aufgebaut werden.»
Die Stadt Uster ist seit 2014 im Besitz des 18 Meter hohen Turms. Bisher lag das Kunstwerk allerdings nur in der Horizontalen in einem Lager, lange konnte kein Standort dafür gefunden werden.

Das grüne Polyesterrohr war am vergangenen Donnerstag mit einem 100-Tonnen-Kran in die Senkrechte gehoben und dann von Seilbahntechnikern in 18 Metern Höhe mit den Seilen fixiert worden. Danach hätte das Kunstwerk vom Gewicht dieser Seile in einem fragilen Gleichgewicht gehalten werden sollen.

Was zum Zwischenfall geführt hat, sei Gegenstand der Untersuchungen, sagte Andreas Varga, Sprecher der Stadt Uster. Man sei derzeit daran, alle Informationen zusammenzutragen und zu schauen, wie es weitergehe.

Altherrs Plastik-Turm hat bereits eine lange Geschichte hinter sich. Bisher wurde er aber erst einmal aufgerichtet, in Fällanden. Danach wurde er nach Wald, Dübendorf und schliesslich nach Uster gebracht, blieb aber immer in der Horizontalen.

Altherr war ein Künstler der Arbeitsgruppe Zürcher Bildhauer (ABZ) und war lange im nördlichen Zipfel des Schlieremer Gaswerk-Areals tätig. Auch im Limmattal vermochte Altherr mit seiner Kunst zu irritieren, so etwa mit der sechs Meter hohen Skulptur «Schlitz», die 2013 vor dem Schlieremer Stadthaus aufgestellt worden war. (sda)

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