Wahlen 2019

Ergebnis von 2015 übertroffen: Jositsch wird als Ständerat klar bestätigt

Siegerlächeln: Der mit einem Topresultat wiedergewählte Ständerat Daniel Jositsch (SP) nimmt von der Zürcher Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) Blumen entgegen. Bild: Keystone

Siegerlächeln: Der mit einem Topresultat wiedergewählte Ständerat Daniel Jositsch (SP) nimmt von der Zürcher Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh (FDP) Blumen entgegen. Bild: Keystone

Während SP-Kandidat Daniel Jositsch im ersten Wahlgang seinen Sitz im Stöckli verteidigte, muss die Konkurrenz am 17. November nochmals ran.

Die beiden bisherigen Ständeräte sind die Sieger der ersten Runde des Zürcher Ständeratswahlkampfs 2019: Daniel Jositsch (SP) hat die Wiederwahl bereits im ersten Wahlgang geschafft. Mit 216 679 Stimmen erreichte er ein Topresultat und übertraf sein Ergebnis von vor vier Jahren deutlich. Schon damals war er bereits im ersten Wahlgang gewählt worden.

Ruedi Noser (FDP) verfehlte als Zweitplatzierter wie 2015 das absolute Mehr. Ob er seinen Sitz im Stöckli verteidigen kann, wird sich im zweiten Wahlgang am 17. November zeigen. Mit 141 700 Stimmen liegt der Freisinnige deutlich vor dem Drittplatzierten Roger Köppel (SVP), der auf 107 528 Stimmen kam.

Wer tritt neben Ruedi Noser noch an?

Noser wird im zweiten Wahlgang sicher wieder antreten: «Jetzt erst recht» sei die Devise, die bereits über seine Wahlplakate geklebt wurde, sagte er gestern Abend. Er gab sich zuversichtlich, aufgrund seines Leistungsausweises wiedergewählt zu werden. Und er rechnet damit, die Stimmen von CVP-Ständeratskandidatin Nicole Barandun zu erben, die abgeschlagen auf dem zweitletzten Platz landete.

«Ich hatte grossen Respekt vor dem ersten Wahlgang»

«Ich hatte grossen Respekt vor dem ersten Wahlgang»

Der bereits im ersten Wahlgang der Zürcher Ständeratswahlen überdeutlich gewählte Daniel Jositsch (SP) bei der offiziellen Blumenübergabe durch die Regierungspräsidentin Carmen Walker Späh.

Wer sonst noch zum zweiten Wahlgang antritt, wird sich im Laufe dieser Woche klären. Morgen entscheide die GLP, ob ihre Kandidatin Tiana Moser es nochmals versucht, sagte Corina Gredig, Co-Präsidentin der GLP Kanton Zürich. Moser schaffte es gestern nur auf den fünften Platz, deutlich hinter der Kandidatin der Grünen, Marionna Schlatter. Beide betonten, es wäre unsinnig, wenn zwei Kandidatinnen aus dem grünen Spektrum sich
am 17. November gegenseitig Stimmen streitig machen würden.

Aufgrund ihrer höheren Stimmenzahl sieht sich Schlatter im Vorteil: «Es ist klar, dass ich mit einem guten Resultat in den zweiten Wahlgang starten würde. Vieles spricht dafür», sagte sie am Wahlabend. Wer sich zurückziehe, werde sich in den nun folgenden Gesprächen zeigen, meinte Moser.

Dass sie im ersten Wahlgang hinter Schlatter landete, erklärte die Grünliberale damit, dass sie ohne Unterstützung einer grösseren Partei antrat. Die Kandidatin der Grünen hingegen ging mit einer Wahlempfehlung durch die SP ins Rennen. «Ich sehe keinen Grund, weshalb wir etwas an unserer Unterstützung für Schlatter ändern sollten», sagte Priska Seiler Graf, Co-Präsidentin der SP Kanton Zürich, auf Anfrage.

Noser wird es also im zweiten Wahlgang mit einer Herausforderin aus dem grünen Spektrum zu tun bekommen. Diese kann zum einen mit Stimmen der SP-Wählerschaft rechnen. Zum anderen auch mit EVP-Wählern. Deren Kandidat Nik Gugger landete im ersten Wahlgang auf dem letzten Platz.

Roger Köppel macht es spannend

Ob auch Roger Köppel nochmals antritt, liess der SVP-Kandidat am Sonntagabend offen: «Das müssen wir genau analysieren», sagte Köppel. Dann wolle man über die weitere Strategie entscheiden. Er wolle dazu am Wahlabend noch keine Aussage machen.

SVP-Kandidat Roger Köppel verzichtet eventuell auf zweiten Wahlgang

SVP-Kandidat Roger Köppel verzichtet eventuell auf zweiten Wahlgang

SVP-Ständeratskandidat Roger Köppel ist allenfalls bereit, nicht in den zweiten Wahlgang für den Zürcher Ständerat zu steigen. "Für mich gilt: Thema vor Posten", sagte er gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gehe um Positionen, nicht um seine Karriere. Die Partei werde die Ausgangslage analysieren und dann - voraussichtlich am Donnerstag - über die weitere Strategie entscheiden. "Wir werden sachlich diskutieren, was gut für den Kanton Zürich ist."

Ebenso wenig ging er auf die Frage ein, wo er noch zusätzliche Stimmen holen könnte, um den Abstand auf Noser zu verringern. «Im Kanton Zürich war vor allem wichtig, dass wir einen Absturz, wie er bei den Kantonsratswahlen passiert ist, verhindern konnten», sagte Köppel. Sein Wahlergebnis war allerdings deutlich schlechter als jenes von Hans-Ueli Vogt, der vor vier Jahren im Kanton Zürich als SVP-Ständeratskandidat scheiterte.

Dennoch meinte SVP-Kantonalparteipräsident Patrick Walder: «Wir werden auch im zweiten Wahlkampf eine Alternative zur EU-freundlichen Politik bieten müssen.» Der Vorstand der kantonalen SVP werde am Donnerstag darüber entscheiden.

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