Vor über 15 Jahren entschieden einige Jugendliche in Bergdietikon, eine Band zu gründen. Das einzige Problem: Niemand unter den Kurzentschlossenen konnte Bass spielen, auch kannten sie niemanden, der diesen essenziellen Part hätte übernehmen können. Da meldete sich Kim Ferrari. Er hatte zwar noch nie Bass gespielt, versprach aber, fleissig zu üben und das Instrument innert nützlicher Frist zu erlernen. Nach dutzenden Auftritten, welche die Band Mike Eric bis ans Bluesfestival in Basel geführt hatte, kehrte sie am Samstag nach Bergdietikon zurück, wo alles begonnen hatte. Und Kim Ferrari, der damals in die Bresche gesprungen war, stand zum letzten Mal auf der Bühne.

«Ich werde mein Hemd heute durchschwitzen», kündete Sänger Mike Kaufmann in der Aula des Mehrzweckgebäudes an. Tatsächlich war die Energie beträchtlich, die der Frontmann in den Auftritt investierte. Rau und rustikal, bisweilen sogar brachial klang seine Stimme, blieb dabei aber stets bis zum Verlieben sympathisch. Schloss man die Augen, meinte man, einem Cowboy aus den Südstaaten zuzuhören, der nach einem Schlückchen Whiskey in einem heruntergekommenen Saloon von seiner Schwermut erzählte. Und so hörte man es im Publikum raunen: «Die Sieche chönds!»

Die Queen bittet um Rat

Mit tiefem Bass schwärmte Kaufmann von einer Frau, die Schmusekatze und Schosshund zugleich – bisweilen aber auch ein Kätzchen mit Krallen sein konnte – und illustrierte diese Rollen mit zischenden und kläffenden Tierlauten. Selbst politische Themen wurden angeschnitten. So sang Kaufmann über eine Begegnung mit der Queen, die im Rolls-Royce zu ihm heranrollte und nach Tipps für den erfolgreichen Brexit fragte. Der Grossteil der Songtexte stammt aus Kaufmanns Feder, während Pianist und Hammond-Organist Davide Valerio für die musikalische Komposition verantwortlich zeichnet.

Bassist Kim Ferrari, der sich als Bandmitglied von Mike Eric verabschiedete, befand sich in aufgeräumter Stimmung. Auf seinen Abschied angesprochen, zeigte er trotzdem Spuren von Wehmut: «Ich habe viel erlebt mit dieser Band, es ist nicht einfach, sie zu verlassen», sagte er. «Ich werde den Bass aber nun für eine Weile weglegen und mich auf mein Doktorat und meine Familie konzentrieren.» Als Dankeschön wurde ihm auf der Bühne ein Sack mit 18 Beuteln Bärentatzen überreicht. Bis auf weiteres dürfte er damit von seiner Lieblingssüssigkeit genug haben.

Paul Meier gefällts

Das Publikum war begeistert vom Auftritt der Bluesband. «Die Qualität ist wirklich sehr gut. Man merkt, wie viel Zeit und wie viel Liebe sie in diese Musik investiert haben», sagte Markus Meier aus Wohlen. Und Paul Meier, ehemaliger Gemeindeammann von Bergdietikon, meinte: «Ich geniesse jeden Moment. Sie waren schon als Junge genial, sind heute aber besser denn je.»