Nothilfe

FC Dietikon erhält Defibrillator: «Man muss vor dem Gerät keine Angst haben»

Der «Defi» ist an den Patienten angeschlossen: Pascal Stüssi übt mit dem Gerät.

Der «Defi» ist an den Patienten angeschlossen: Pascal Stüssi übt mit dem Gerät.

Für Notfälle gerüstet: FC-Dietikon-Mitglieder üben mit dem neuen Defibrillator den Ernstfall.

Im Clubhaus des FC Dietikon steht neu ein Defibrillator zur Verfügung. Damit das Gerät, das der Verein im vergangenen November vom Lions Club Limmattal als Spende erhalten hat, bei einem allfälligen Notfall auch richtig eingesetzt wird, haben am Samstagvormittag knapp 30 FCD-Trainer und weitere Mitglieder des Staffs geübt.

Eine Erkenntnis dabei: Die Bedienung des «Defi» an sich, die ist einfach. «Es handelt sich um ein Laien-Gerät», sagte Michel Gut vom Hersteller Schiller. Es schocke zwar kurz – während 40 Millisekunden – mit einer Stromstärke von 30 Ampère und einer Spannung von 3000 Volt, es sei damit kein Spielzeug. Doch lasse sich dieser Stromstoss in der Hektik nicht zufällig oder im falschen Zeitpunkt auslösen, führte Gut in der Steinmürli-Turnhalle aus.

So analysiert das Gerät zunächst, ob beispielsweise ein Kammerflimmern vorliegt. Nur dann, wenn der Patient wirklich einen Schock braucht, lässt sich ein solcher auslösen. «Man muss vor dem Gerät keine Angst haben», sagte Gut.

Dass der Einsatz eines Defibrillators keine Hexerei ist, zeigte sich am Samstagvormittag beim Üben. Der Defibrillator gibt dem Helfer, der ihn anwendet, mittels lauter Sprachausgabe klar vor, was er zu tun hat. So brachten die FCD-Mitglieder die beiden Pads mit den Elektroden rasch an den richtigen Stellen – so, dass das Herz dazwischen liegt – an der Übungspuppe an.

Für alle Fälle vorbereitet

Bislang kam es auf der FCD-Heimstätte zu keinem medizinischen Notfall, bei dem ein Defibrillator hätte eingesetzt werden müssen, wie Clubleitungsmitglied und Juniorenobmann Pascal Stüssi, der den Kurs organisiert hatte, sagte. Es sei aber wichtig, dass ein solches Notfallgerät auf der Dornau vorhanden sei und viele Club-Mitglieder darauf geschult seien. «Denn wenn ein Spieler oder Zuschauer zusammenbricht, dann muss es schnell gehen.»

Ein Ziel des Kurses war deshalb, die Berührungsängste zum Gerät abzubauen. Dies stufte auch Michel Gut als wichtig ein:

Sei dieser vorbereitet, indem er etwa den Defibrillator kenne, verringere dies die Unsicherheit.

Die Demonstration des «Defis» nutzten die FCD-Verantwortlichen auch gleich zu einem kleinen Auffrischungskurs in Sachen Nothilfe. Denn mit dem Stromstoss alleine ist es ja nicht getan: Der Defibrillator sei kein Wundermittel, sondern bloss ein Hilfsmittel, hiess es beim Üben. So bleibt bis zum Eintreffen der professionell ausgebildeten Rettungskräfte weiterhin eine Herzdruckmassage (CPR) notwendig.

Zudem gelangt der Defibrillator nur zum Einsatz, wenn eine Person bewusstlos ist und nicht mehr atmet. Um auch für andere Fälle gerüstet zu sein, repetierten die Anwesenden unter anderem auch noch Grundsätzliches wie die stabile Seitenlage, in die Bewusstlose, die noch atmen, zu bringen sind. Der FC Dietikon sei nun für den Rest der Saison auf und neben dem Platz auf alles vorbereitet, meinte Präsident Renato Casanova nach dem Kurs.

Der FCD ist nicht der einzige Empfänger eines Defibrillators; der Lions Club Limmattal hatte zuvor unter anderem schon den Gemeinden Dietikon, Oetwil und Oberengstringen ein Gerät gespendet.

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