Uitikon

Finanzierung «nicht mehr zeitgemäss»: Die Kirche beteiligt sich nicht mehr länger an der Uitiker Jugendarbeit

Evangelisch reformierte Kirche in Uitikon. (Archivbild)

Die reformierte Kirchgemeinde finanziert die Jugendarbeit nicht mehr mit. Zu einem Abbau kommt es in Uitikon wohl dennoch nicht.

Seit 2007 kommen die Politische Gemeinde, die Schulgemeinde und die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde Uitikon gemeinsam für den Lohn des Jugendarbeiters oder der Jugendarbeiterin auf. Die Kirchgemeinde übernimmt gemäss der damals vereinbarten Lohnkostenverteilung 28,5 Prozent der Kosten. Das entspricht rund 22'000 Franken im Jahr.

Per Ende dieses Jahr stellt die Kirche ihre finanzielle Unterstützung ein: Die 25 anwesenden Stimmberechtigten sind an der Kirchgemeindeversammlung letzte Woche dem Antrag der Kirchenpflege gefolgt, die Vereinbarung über die Lohnkostenbeteiligung zu künden.

Keine Kritik an Jugendarbeit

Der Entscheid ist keine Kritik an der Jugendarbeit: Diese leiste einen «sehr wertvollen, innovativen Beitrag in unserer Gemeinde», hatte die Kirchenpflege in ihrem Antrag geschrieben. In den vergangenen Jahren habe sich die Jugendarbeit «hervorragend etabliert und ist für Jugendliche, Eltern und Schulbehörde nicht mehr wegzudenken». Allerdings sei die vor zwölf Jahren getroffene Lohnkostenverteilung nicht mehr sinnvoll.

Diese sieht nämlich vor, dass die Politische Gemeinde Uitikon 43 Prozent der Lohnkosten trägt. Die Schulgemeinde kommt für 28,5 Prozent auf, die reformierte Kirchgemeinde übernimmt den selben Anteil. «Das heisst, aktuell sind die reformierten Steuerzahlerinnen und Steuerzahler die einzigen Uitikerinnen und Uitiker, die 100 Prozent der Lohnkosten der Jugendarbeit berappen», begründete die Kirchenpflege ihren Antrag. Die Angehörigen von anderen Landeskirchen oder Glaubensgemeinschaften und alle Konfessionslosen beteiligten sich nur zu 71,5 Prozent an den Kosten der Jugendarbeit.

Es sei nicht mehr zeitgemäss, dass die Finanzierung einer Jugendarbeit religionsabhängig ist, befanden Kirchenpflege, Rechnungsprüfungskommission und die anwesenden Stimmberechtigten. Aus diesem Grund kündigten sie die Vereinbarung nun auf.

Wie es mit der Jugendarbeit weiter geht, ist noch nicht restlos klar. Es dürfte allerdings nicht an der Jugendarbeits-Stelle gerüttelt werden: «Die Politische Gemeinde und die Schulgemeinde stehen nachhaltig hinter der offenen Jugendarbeit», erklärt Gemeindeschreiber Sinisa Kostic.

Denn im Mai wurde der neue Jugendtreff eröffnet. Vertreter verschiedenster Interessengruppen haben sich gemäss Kostic positiv zur aktuellen Jugendarbeit geäussert. «In der wachsenden Gemeinde mit aktuell 4500 Einwohnern und angesichts der steigenden Schülerzahlen wird die offene Jugendarbeit allgemein als sehr wichtig beurteilt.»

Neues Finanzierungsmodell

Die Schulgemeinde und die Politische Gemeinde würden sich nun Gedanken machen, wie das Finanzierungsmodell ab 2020 aussehen soll. «Da der Rückzug der reformierten Kirche erst seit einer Woche bekannt ist, wurden noch keine Details erarbeitet», sagt Kostic.

Die Federführung für die Jugendarbeit liegt grundsätzlich bei der Politischen Gemeinde. Diese stellt seit diesem Jahr auch die Räume im alten Schiessstand auf der Allmend für den Jugendtreff und das Büro der Jugendarbeiterin zur Verfügung. Der Treff, der sich vor allem an Oberstufenschülerinnen und -schüler richtet, ist in der Regel am Mittwochnachmittag und Freitagabend geöffnet.

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