Limmattal

Freie Fahrt über den Heitersberg soll Limmattal und Mutschellen entlasten

Es geht nicht vorwärts: Stau-Situationen in der Dietiker Silbern sind ein vertrautes Bild.

Das Komitee «Vorwärts Limmattal» setzt sich seit mehreren Jahren für Verkehrslösungen im Raum Dietikon, Spreitenbach und Umgebung ein. Nun hat es seinen Katalog mit drei neuen Forderungen ergänzt.

Die Direktverbindung Zürich - Aarau soll erst in einem weiteren Eisenbahn-Ausbauschritt nach 2035 einen Schwerpunkt bilden. Dadurch verzögert sich auch die Entstehung der S-Bahn-Station in der Silbern. Doch immerhin wird die S-Bahn-Station in der Planung für die Direktverbindung Zürich-Aarau berücksichtigt, wie die Zürcher Volkswirtschaftsdirektion im Juni mitteilte. Dies wertet das Komitee «Vorwärts Limmattal» nun in einer Mitteilung als «grossen Zwischenerfolg». Das Komitee setzt sich seit 2010 für Verkehrslösungen im Raum Dietikon, Spreitenbach und Umgebung ein. Und hat nun seinen Forderungskatalog aktualisiert.

Konkret wurden drei neue Anliegen darin aufgenommen, um die Rahmenbedingungen für den Verkehr im Limmattal zu verbessern. Dazu gehört die Hochbahn zwischen dem zukünftigen Stadtteil Niderfeld und dem Wirtschaftsgebiet Silbern. Die Hochbahn wird auch von der Regionalen Projektschau Limmattal unterstützt. Sie soll quer über die Bahngleise führen und eine direkte Verbindung zwischen der geforderten S-Bahn-Station Silbern und der geplanten Limmattalbahn-Haltestelle im Niderfeld garantieren. «Die Hochbahn ist aber immer noch eine Vision», sagt auf Anfrage der Dietiker Stadtpräsident und Präsident von «Vorwärts Limmattal», Roger Bachmann (SVP). Auch wenn die technische Machbarkeit der Bahn bereits geklärt wurde, gilt es noch einige offene Fragen zu klären, so etwa jene nach der Finanzierung. Ob die Hochbahn auch ohne die S-Bahn-Station Silbern realisierbar ist, kann Bachmann zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Der Bahnhof Silbern würde, so Bachmann, sicherlich zu stärkerem Personenverkehr und mehr Frequenzen führen, was auch für die Umsetzung der Hochbahn eine bessere Ausgangslage bedeuten würde. Trotzdem würde es Bachmann begrüssen, wenn das Verbindungsstück zwischen der Silbern und dem Niderfeld schon vor der S-Bahn-Station, mit der erst in etwa 20 bis 25 Jahren zu rechnen sei, zustande käme. «Das Projekt würde einen Leuchtturm für die Stadt Dietikon und das ganze Limmattal darstellen und hätte so einen grossen wirtschaftlichen Nutzen für die ganze Region», so Bachmann.

Die Limmattalbahn löst noch nicht alle Probleme

Ebenfalls einen Nutzen für die Region soll eine Studie zu einer neuen Heitersberg-Strassenverbindung zwischen Limmat- und Reusstal bringen. Eine solche Studie gehört nun ebenfalls zu den Forderungen des Komitees. Damit nimmt das Komitee einen Wunsch auf, der schon mehrfach geäussert wurde. Prominentes Beispiel dafür sind zwei Petitionen, die 2001 sowohl beim Zürcher als auch beim Aargauer Regierungsrat eingegangen sind. Sie hatten zum Ziel, Dietikon, Bergdietikon und die Mutschellengemeinden vom Durchgangsverkehr zu entlasten. «Das gesamte Limmattal leidet unter dem Durchgangsverkehr und den schlecht ausgebauten Querverbindungen», sagt Bachmann dazu. Mit dem Bau der Limmattalbahn würde dem zwar entgegengewirkt, aber damit sei das Verkehrsproblem noch lange nicht gelöst. Die Heitersberg-Strassenverbindung ist eine Option, die der Region eine Entlastung verschaffen könne. Ob die Querachse als Tunnel oder als Strasse über den Berg entstehen und wo genau sie verlaufen soll, müsse mit den Gemeinden erarbeitet werden. Bachmann ist sich bewusst, dass nicht alle mit einer solchen Lösung einverstanden wären. «Doch der Anstoss einer Diskussion ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung», sagt er.

Das dritte neue Anliegen des Komitees befasst sich mit der Befürchtung, dass die SBB den Schnellzug zwischen dem Zürcher Flughafen und Basel verkehrt, nicht mehr in Dietikon, sondern in Möhlin halten lässt. «Wir wurden von verschiedenen Seiten darauf aufmerksam gemacht, dass dies in zukünftigen Fahrplänen der SBB so geplant ist», sagt Bachmann. Dies sei nicht das erste Mal, dass die SBB den Halt des Flughafenzugs in Dietikon zu streichen gedenkt. «Wir konnten uns bisher aber immer dagegen wehren und werden es auch in diesem Fall tun.»

Nebst dem Bekanntmachen der neuen Forderungen berichtet das Komitee in seiner Mitteilung von einer positiven Entwicklung bei der heutigen Dietiker Autobahn-A1-Ausfahrt aus Richtung Bern. Bei dieser finden Neuregelungen bei der Spurenführung vor dem ersten Lichtsignal statt. Diese sollen einerseits das Wirtschaftsgebiet Silbern besser erschliessen, aber auch den gesamten Verkehrsknoten entlasten.

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Autor

Sebastian Schuler

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