Verkehr
Fussgänger sollen Radlern weichen: VCS will Trottoir zugunsten einer Veloroute opfern

Der VCS will ein Trottoir opfern, damit zwischen dem Bellevue und dem Kunsthaus eine Veloroute entstehen kann. Der Personenzugang zum Parkhaus Hohe Promenade soll dafür von der Rämistrasse auf den Bereich oberhalb der Stützmauer verlegt werden.

Michel Wenzler
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So stellt sich der VCS die Lösung vor: Links und rechts der Rämistrasse verlaufen zwei Velostreifen (rot). Die Fussgängerwege sind gelb eingezeichnet, Tram (blaue Linien) und Autos würden sich kreuzen.

So stellt sich der VCS die Lösung vor: Links und rechts der Rämistrasse verlaufen zwei Velostreifen (rot). Die Fussgängerwege sind gelb eingezeichnet, Tram (blaue Linien) und Autos würden sich kreuzen.

zvg/VCS

Wohin mit den Velos? Diese Frage stellt sich in Zürich insbesondere auf der Rämistrasse zwischen dem Bellevue und dem Heimplatz, wo sich das Kunsthaus befindet. Auf dieser Strecke sieht der regionale Richtplan seit 1999 eine Veloroute vor.

Stadt- und Gemeinderat wollen diese schon längere Zeit realisieren. Doch der Platz ist knapp. Eine mögliche Lösung hat gestern nun der VCS Zürich präsentiert: Unter Vorstandsmitglied und SP-Gemeinderat Hans Jörg Käppeli hat die Zürcher Sektion des Verkehrsclubs der Schweiz ein Projekt ausgearbeitet, das im Wesentlichen vorsieht, das Trottoir auf der Seite des Parkhauses Hohe Promenade wegzulassen – zugunsten eines Streifens für bergwärtsfahrende Velos (siehe Karte).

Das bisherige Trottoir wird gemäss VCS fast nur für die Erschliessung des Parkhauses genutzt. Der Personenzugang bei der Rämistrasse könnte seiner Meinung nach von der Rämistrasse auf den Bereich oberhalb der Stützmauer verlegt werden. Dann wäre das Parkhaus für Fussgänger über den Caroline-Farner Weg, den Olgaweg und die Hohe Promenade erreichbar.

Tram und Auto teilen kurz Spur

Denkbar ist für den VCS zudem, dass künftig eine Passerelle über die Rämistrasse den Personenzugang zum Parkhaus sicherstellt. Denn das Trottoir auf der gegenüberliegenden Strassenseite bliebe bestehen. Es würde gar verbreitert. Auch würde auf dieser Strassenseite ein zweiter Streifen für abwärtsfahrende Velo geschaffen.

Auswirkungen hätte dies auch auf den Strassenverkehr: Tram und Autos müssten sich auf einem kurzen Abschnitt die Spur teilen. Für den VCS ist dies mit einer guten Signalisation und Verkehrsführung ohne Stauwirkung und Behinderung des Tramverkehrs machbar.

Die Lösung sei zudem schnell und günstiger umsetzbar als die Variante, die das Tiefbauamt von Filippo Leutenegger (FDP) vorsieht. Dieser möchte zwischen Bellevue und Kunsthaus einen «Velobalkon» schaffen: einen Velostreifen, der in die Stützmauer bei der Kantonsschule Hohe Promenade eingelassen wird.

Die Rämistrasse ist laut VCS «ein zentraler Baustein, um die Vorgabe des Kantons Zürich, den Veloanteil im Rahmen des Masterplans Hochschulquartier markant zu erhöhen, auch tatsächlich zu erreichen.»

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