Geroldswil

Gemeindeangestellte kaufen für Risikogruppen ein – so ist das Hilfsangebot angelaufen

Die Gemeinde Geroldswil organisiert angesichts der Corona-Krise einen Einkaufsdienst für die Risikogruppe. (Archivbild)

Die Gemeinde Geroldswil organisiert angesichts der Corona-Krise einen Einkaufsdienst für die Risikogruppe. (Archivbild)

Geroldswil bietet während der Coronakrise eine Nachbarschaftshilfe an. Angestellte der Gemeinde gehen für Risikogruppen einkaufen.

Das Coronavirus stellt das Leben auf den Kopf. Ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen sind besonders gefährdet und angehalten, zu Hause zu bleiben. Covid-19 löst aber nicht nur Angst aus, sondern sorgt auch für viel Solida­rität. Zahlreiche Freiwillige bieten Nachbarn, der Familie und Fremden ihre Unterstützung an. Auch die Gemeinde Geroldswil will in diesen aussergewöhnlichen Zeiten helfen. Deshalb baute die Abteilung Soziales und Gesundheit im Auftrag von Sozial- und Gesundheitsvorständin Veronika Neubauer (SVP) das Angebot «Nachbarnhilfe Geroldswil» auf. Freiwillige gehen für Personen mit Hilfebedarf Lebensmittel oder Medikamente einkaufen.

«Wir möchten denjenigen helfen, die ihr Daheim nicht ­verlassen können, sei es aus ­gesundheitlichen Gründen, Selbstquarantäne oder Selbstisolation», sagt Karl Suter, Abteilungsleiter Soziales und Gesundheit der Gemeinde Geroldswil. Er koordiniert die Solidaritätsaktion. Die Gemeinde wolle damit einen Beitrag zur allgemeinen Gesundheit der Geroldswiler Bevölkerung leisten und die Verbreitung des Virus im Dorf eindämmen.

Waren werden am gleichen Tag geliefert

So funktioniert das Angebot: «Der Besteller meldet sich bei uns per Telefon, E-Mail oder über die App ‹Bring› und überlässt uns seine Einkaufsliste. Die Koordinationsstelle übermittelt die Bestellung der Person an die Freiwilligen. Nach dem Einkauf wird bei einem Sammelpunkt die bestellte Ware den Lieferern überlassen. Diese transportieren die Ware zum Besteller, stellen die Einkäufe vor der Wohnungstüre ab und warten, bis der Empfänger sie in die Wohnung geholt hat. Bestellungen werden zwischen 8 und 17 Uhr aufgenommen. Bestellungen bis 11 Uhr werden gleichentags ab 14 Uhr ausgeliefert. Personen, die ihre Einkaufsliste bis 17 Uhr übermitteln, erhalten die Waren am darauffolgenden Tag ab 8 Uhr. Nicht geliefert werden ­alkoholische Getränke.»

Die Bezahlung erfolgt nicht vor Ort. «Wir setzen auf eine bargeldlose Bezahlung. Die Quittung der Einkäufe geht zurück ins Gemeindehaus. Wir stellen dem Besteller eine Rechnung zu, die er innerhalb von zehn Tagen zu begleichen hat», sagt Suter. Das sei auch das Besondere an ihrer Aktion. Man lege Wert auf einen kontaktlosen Verkehr, zum einen bei der Lieferung, zum anderen bei der Zahlung. «Mit all diesen Massnahmen, auch in der Detailorganisation, sind Kontakte auf ein absolutes Minimum reduziert. Persönliche Begegnungen bei der Übergabe der Einkäufe geschehen nur aus Distanz.» Zudem würden weitere Schutzmassnahmen getroffen. «Die Freiwilligen tragen Handschuhe beim Einkaufen und beim Transportieren der Taschen», sagt Suter.

Weniger Arbeit, mehr Zeit für Freiwilligenhilfe

Die «Nachbarhilfe Geroldswil» ist seit dem 18. März aktiv im Einsatz. Bei den Freiwilligen handelt es sich vorwiegend um Personen aus der Gemeinde Geroldswil sowie um Angestellte der Gemeinde. «Aufgrund der Arbeitsreduktion in gewissen Bereichen der Gemeindeverwaltung sind Letztere für solche freiwillige Einsätze bereit», sagt Suter. Man sei aber nach wie vor froh um weitere Helfer. Das Angebot komme bisher sehr gut an. «Die Benützer sind sehr dankbar für diese Hilfestellung und das freut uns», sagt Suter. Um diese ausserordentliche Lage zu meistern, sei Zusammenarbeit gefordert.

Autor

Sibylle Egloff

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