Geroldswil

Happy Birthday Jugendtreff: Seit 40 Jahren feiern Teenager im Treff

Im Geroldswiler Jugendtreff stiessen die Behörden auf das Jubiläum an. Sie schätzen das niederschwellige Angebot.

Bereits in den 80er-Jahren füllten die Jugendlichen Besucherkarten im Geroldswiler Jugendtreff aus. «Diese unterscheiden sich von der Form her nur wenig von denen, die wir heute auflegen», sagt Sarah Aemisegger, Jugendarbeiterin und Leiterin des Geroldswiler Jugendtreffs. Dabei zeigt sie Fotos aus längst vergangenen Zeiten des nun 40-jährigen Jugendtreffs.

Zur Jubiläumsfeier am Donnerstagabend waren Behördenmitglieder, Schulleitung, Ehemalige und auch die Polizei eingeladen. Für letztere ist die Zusammenarbeit mit dem Jugendtreff eine ambivalente Sache. «Eine Ansammlung Jugendlicher kann auch ein Problem darstellen», sagt Martin Küng, Geroldswiler Polizist. Für ihn sei es wichtig, dass Ordnung und Respekt herrsche. In den letzten neun Jahren sei er aber nur einmal wegen eines Problems in den Treff gerufen worden.

Früher habe er im Treff oft auch Prävention gemacht, berichtet Pfarrer Richard Mauersberger, der den Treff über 21 Jahre leitete und an der Feier von seinen Erlebnissen berichtete. «Ich wünsche mir, dass die Jugendlichen auch heute ernst genommen werden und gleichzeitig Orientierung erhalten», sagt er.

Gemeindeübergreifende Jugendarbeit

Der Jugendtreff der reformierten Kirche Geroldswil wird von den Gemeinden Oetwil, Weiningen, Geroldswil und Unterengstringen finanziell unterstützt. «Wir sind froh, wird hier eine so gute Arbeit gemacht», sagt der Weininger Gemeindepräsident Mario Okle am Apéro mit Corona­konform eingepackten Sandwiches und kleinen Getränken. Insbesondere die Weininger Jugendlichen aus der Fahrweid schätzen den Treff. Hier werde auch ein Teil der Integrationsarbeit geleistet, so Okle. Auch die Unterengstringer Behörden sind froh, dass es den Treff gibt: «Da es bei uns kein vergleichbares Angebot gibt, sind wir froh, können die Jugendlichen nach Geroldswil kommen», sagt der Unterengstringer Schulpflegepräsident Beat Fries.

Pro Abend kommen 30 bis 40 Teenager

Trotz Corona hat der Jugendtreff seine Arbeit wieder aufgenommen. Diese laufe auch gut, in diesem Schuljahr registrierten sich 100 neue Jugendliche. An einem Freitagabend kommen 30 bis 40 Jugendliche. Diese sind zwischen 11 und etwa 18 Jahre alt. «Es sind etwa 30 Prozent Mädchen und 70 Prozent Buben», sagt Aemisegger. Die Lieblingsbeschäftigung der Gäste sei seit langem das Fifa-Spiel auf der Playstation, gefolgt von Billard. «Die Mädchen kommen manchmal auch einfach zum Reden oder Tiktok-Filmchen drehen», so Aemisegger. Immer wieder komme es auch vor, dass einzelne sich an die Jugendarbeiterin wenden und ihr Fragen über Alkohol, den Umgang mit dem Handy oder Sexualität stellen. Auch der Jugendarbeiter Christophe Kunz erlebt dies. «Bei den Jungs sind Töff und Autos ein grosses Thema, dieses wollen sie auch in der Gruppe besprechen. Geht es aber um Beziehungen, suchen sie eher den persönlichen Rahmen». Diesen können sie im offenen Jugendtreff ganz unverbindlich finden. Denn der Treff ist ­insbesondere deshalb attraktiv, da die Jugendlichen hier
trotz Besucherkarte die Person sein dürfen, die sie gerne sein wollen.

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