Bergdietikon

Ihre Malschule war auch Therapiestätte: Gaby Hübscher erhält Flamme des Friedens

«Für alles, was sie für die Kinder, die Kunst und zum Wohle der Menschheit getan haben»: Gaby Hübscher, hier mit ihrem Mann Roly, freute sich sehr über die Auszeichnung.

Herta Margarete Habsburg-Lothringen überreichte der Dietiker Künstlerin den Preis in der Kunstgalerie Bachlechner.

Grosse Ehre für die Dietiker Künstlerin Gaby Hübscher: Sie trägt jetzt die Flamme des Friedens. Und reiht sich damit ein in eine Liste anderer Persönlichkeiten wie etwa alt Bundesrat Adolf Ogi. Den Preis überreichte Herta Margarete Habsburg-Lothringen, Präsidentin des Vereins zur Förderung des Friedens, die dafür zusammen mit Gatte Sandor Habsburg-Lothringen aus Österreich anreiste.

Hübscher, 1938 in Zürich geboren, hat dort die Kunstgewerbeschule mit Diplom abgeschlossen und lebt schon lange in Dietikon. Einerseits ist es ihre Kunst, deretwegen das Galeristen-Paar Béatrice und Hanns Bachlechner sie als Preisträgerin nominiert hatte. Andererseits ist es das Malatelier für Kinder, das sie in Dietikon 28 Jahre lang mit grossem Erfolg geführt hatte, wie Hanns Bachlechner in seiner Laudatio festhielt. «Sie durfte eine grosse Zahl von Kindern aus allen Schichten der Dietiker Gesellschaft in die Welt der Kunst und Malerei einführen und deren Freude am malerischen Ausdruck wecken.» Die Malschule war auch ein Ort der Therapie. «Da sie einen guten Zugang zu den Mitmenschen hat, konnte sie insbesondere sogenannten Stotterern und psychisch kranken Kindern helfen.»

«Was echt ist, ist immer schön»

Auch die Kunst, die im Malatelier für Kinder und Jugendliche entstanden war, würdigte Bachlechner. «Kinder malen direkt und unverblümt, und deshalb waren ihre Bilder schön. Denn was echt ist, ist immer schön», sagte er.

Die Flamme des Friedens aus Holz und Stein solle Hübscher Mut und Kraft spenden, hielt Herta Margerete Habsburg-Lothringen bei der Übergabe fest – «für alles, was Sie für die Kinder, die Kunst und zum Wohle der Menschheit getan haben.» Hübscher war gerührt. Und bedankte sich unter Tränen bei ihrem Mann Roly Hübscher. «Er hat so viel für mich getan. Roly, Du bist der Grösste.»

Die Preisübergabe am Samstag war zugleich Vernissage für die neue Ausstellung «Retrospektive» in der Kunstgalerie Bachlechner, die einen spannenden Einblick in Hübschers Lebenswerk gibt. «Was sie denkt, was sie fühlt, in den Wolken gesehen hat, diese Spur hinter sich zu legen, das war ihre Aufgabe», so Bachlechner. Jedes ihrer Bilder sei notwendig und enthalte ein Stück ihrer Seele. Er lobte auch ihren Mut, Bilder zu malen, die nicht immer etwas Gefälliges haben.

Vor der Preisübergabe wurden von Künstlern gespendete Bilder zugunsten des Hilfsprojekts «Water for Life» von Christian Hort versteigert. Hort ist selber Träger der Flamme des Friedens. Durch die Auktion führten Gabrielle und Rainer Oberhänsli-Widmer aus Dietikon. Ein grösserer vierstelliger Betrag kam zusammen. Unter anderem stellte Hanns Bachlechner einen Holzschnitt des weltweit bekannten Zürcher Künstlers Robert Müller (1920-2003) zur Verfügung. Von Müller kennt man etwa die grosse Skulptur «Fanfare», die jahrzehntelang auf dem Heimplatz beim Zürcher Kunsthaus stand.

Musikalisch umrahmt wurde der Anlass am Samstag von der Bergdietiker Saxophon-Virtuosin Selina Brücker.

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