Urdorf

In der Ukraine war Vlada Olkhovska Rechtsanwältin, in der Schweiz fotografiert sie Säuglinge

Vlada Olkhovska ist seit 2016 als Fotografin tätig.

Die Urdorferin Vlada Olkhovska entdeckte 2016 die Fotografie für sich. Daraufhin spezialisierte sie sich auf die Fotografie von Neugeborenen.

Vor elf Jahren zog Vlada Olkhovska mit ihrem Mann von Kiew nach Urdorf. «Mein Mann konnte für seine Firma an einem Schweizer Projekt teilnehmen. Das wollten wir uns nicht entgehen lassen», erzählt die Ukrainerin. Die Schweiz gefiel ihnen sofort, sodass sie sich dazu entschlossen, sich hier fest niederzulassen.

Doch für Olkhovska bedeutete dies, ihren Beruf an den Nagel zu hängen. In der Ukraine arbeitete sie als Rechtsanwältin. In der Schweiz hätte sie das Rechtsstudium von Neuem beginnen müssen. «Gesetzestexte sind sehr komplex. Ich lernte zwar jeden Tag drei Stunden Deutsch, doch als Juristin hätte ich wahrscheinlich keine Chance gehabt», sagt Olkhovska. Als dann ihre beiden Kinder zur Welt kamen, legte sie die Suche nach einem neuen Beruf auf Eis – bis sie die Fotografie für sich entdeckte.

Babyfotografie braucht Geduld

«Schon immer habe ich an Feiern gerne fotografiert», sagt die 36-Jährige. Als eine Freundin sie fragte, ob sie ihre Familie fotografieren würde, entdeckte die zweifache Mutter ihre Leidenschaft. Sie absolvierte Kurse in Fotografie und Bildbearbeitung und richtete zu Hause ein Studio ein. Seit 2016 ist sie als Fotografin unter dem Namen Smilephoto tätig.

Olkhovska hat sich insbesondere auf Babyfotos spezialisiert. «Manche Kundinnen und Kunden kommen direkt aus dem Spital zu mir. Die Säuglinge sind in den ersten 14 Tagen unglaublich zierlich. Und ihre Gesichter drücken schon sehr viele Emotionen aus.»

Die Babyfotografie sei aber auch harte Arbeit. Nach langen Shootings schmerze ihr jeweils der Rücken. Zudem brauche es viel Geduld, um Säuglinge zu fotografieren. Doch die leidenschaftliche Fotografin lässt sich nicht unter Druck setzen: «Ich nehme mir für die Shootings so viel Zeit, wie es eben braucht. Wenn ein Baby einen schlechten Tag hat, bin ich auch gerne bereit, das Shooting am nächsten Tag fortzusetzen.»

Da diese Shootings jeweils viel Energie kosten, führt die Urdorferin nicht mehr als drei bis vier pro Woche durch. Zudem müsse sie sich auch noch um ihren sechsjährigen Sohn und ihre zehnjährige Tochter kümmern. Wenn die beiden Kinder älter sind, kann sich Olkhovska vorstellen, 100 Prozent als Fotografin zu arbeiten. «70 Prozent Babyfotografie und 30 Prozent andere Aufträge wären ideal», sagt sie. Es könnte aber auch sein, dass sie sich dann beruflich noch einmal neu orientiert.

Ihre Schwiegermutter strickt Babykleider

Olkhovska achtet darauf, dass jedes Shooting einzigartig ist. Zudem hält sie stets Ausschau nach neuen Requisiten. Ihre Schwiegermutter, die Babykleider strickt, unterstützt sie dabei und bringt ihr immer wieder einzigartige Kleidungsstücke. Zudem wird jedes Shooting den Wünschen der Kunden angepasst. «Ein Paar hatte sich in einer Schokoladenfabrik kennen gelernt. Für die Babyfotos wählte ich Beige- und Weisstöne und verzierte das Set mit Schokolade», so Olkhovska.

Auch wenn Säuglinge zu fotografieren ihre grösste Leidenschaft ist, hält sie mit ihrer Kamera auch gerne ganz andere Dinge fest. «Ich verwende den goldenen Glanz der Abendsonne gerne für stimmige Aussenfotos.»

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Autor

Manuel Reisinger

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