Gestaltungsplan

Kanton Zürich streicht einen Passus im Gestaltungsplan – und schränkt so Spielraum der Stadt ein

Die beiden hellblauen Hochhäuser an der Zürcherstrasse bleiben bestehen. Um sie herum entstehen Blockrand-Bauten.

Die beiden hellblauen Hochhäuser an der Zürcherstrasse bleiben bestehen. Um sie herum entstehen Blockrand-Bauten.

Der Kanton streicht einen Passus im Gestaltungsplan für das Schlieremer Schindler-Areal. Er hat nun mehr Mitsprache.

Die Pläne für das Schindler-Areal vis-à-vis der ehemaligen NZZ-Druckerei gelten als vorbildlich. Sie erfüllen nämlich die Vorgaben von Stadt und Kanton, wonach entlang der Zürcherstrasse verdichtet und qualitätvoll gebaut werden soll. Einem Stadtratsbeschluss von Anfang Mai ist jedoch zu entnehmen, dass der Kanton die Pläne der Schindler Pensionskasse und der Stadt teilweise nicht genehmigt.

Nachdem der Stadtrat den privaten Gestaltungsplan gemeinsam mit dem Bauherrn ausgearbeitet hatte, kam er im vergangenen November vors Parlament. Mit 30 zu einer Stimme bei vier Enthaltungen wurde der Gestaltungsplan genehmigt und anschliessend durch den Kanton geprüft. Dieser verlangt nun eine Änderung.

Wie es im entsprechenden Stadtratsbeschluss heisst, wird die Streichung eines Passus’ verlangt. Darin heisst es, dass die Bauherrin für Nutzungsabweichungen vom festgelegten Gestaltungsplan eine von der Stadt Schlieren erstellte Ausnahmebewilligung erhalten könne. Bauvorstand Stefano Kunz (CVP) erklärt: «Es ging darum, die Bauherrin gegebenenfalls von Vorschriften zu befreien, deren Umsetzung bei besonderen Verhältnissen unverhältnismässig gewesen wären», sagt er. Mit den besonderen Verhältnissen seien etwa topografische Eigenschaften oder die Form und Lage des Baugrundstücks gemeint.

Stadt hätte Anpassungen bewilligen können

Hätte sich beispielsweise bei der Ausarbeitung des Bauprojekts herausgestellt, dass aufgrund der Form des Grundstücks einige Gewerberäume nur mit unverhältnismässigem Aufwand erstellt werden könnten, wäre die Stadt befugt gewesen, eine Anpassung zu bewilligen, so Kunz. Ein solches Vorgehen wäre mit der vom Kanton gemachten Anpassung am Gestaltungsplan nicht mehr möglich. Kämen Änderungen hinzu, müsste auch der Kanton mit einbezogen werden. «Die Stadt hätte mit diesem Passus weitergehende Kompetenzen gehabt», so Kunz.

Speziell ist, dass der Kanton diesen Mangel nicht bereits bei der Vorprüfung bemerkt hat», sagt Kunz weiter. Konsequenzen für den Zeitplan habe dieser Änderung derweil nicht.

Aus 50 werden dereinst 150 Wohnungen auf dem Areal

Verdichtungen wie jene auf dem Schindler-Areal wird es in Schlieren noch einige geben, sagte Kunz anlässlich der Parlamentsdebatte. Geplant ist, dass die beiden hellblauen Hochhäuser stehenbleiben. Die Mehr­familienhäuser an der Zürcher-, Schul- und Allmendstrasse werden jedoch abgerissen. In den modernen Blockrand-Bauten werden anstelle der bestehenden 50 rund 150 Wohnungen entstehen. Darüber hinaus wird an der Zürcherstrasse ein Bau mit hohem Gewerbeanteil erstellt, wie Kunz sagt.

Im Rahmen des privaten Gestaltungsplans verhandelte die Stadt neben baulichen Richtlinien auch einen Mehrwertausgleich, der die erhöhte Ausnützungsziffer kompensieren soll. So verpflichtet sich die Bauherrin unter anderem dazu, 34 altersgerechte Wohnungen und einen Kindergarten zu erstellen sowie rund 3000 Quadratmeter öffentliche Fläche zur Verfügung zu stellen.

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