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Kein einziges freies Intensivbett: Spital Limmattal verschiebt teilweise Operationen

Patienten müssen zurzeit teils auf ihre nicht dringenden Operationen warten. Dies, um die Intensivstation zu entlasten. Dabei kann ein nicht dringlicher Eingriff mit der Zeit auch zu einem dringlichen werden.

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Einer der acht Operationssäle des Limmis ist derzeit geschlossen.

Einer der acht Operationssäle des Limmis ist derzeit geschlossen.

Eva Zingg

Im Spital Limmattal werden zurzeit nicht dringende Operationen teilweise verschoben. Die momentane Corona-Situation fordert die Spitäler nicht nur aufgrund der Covid-Patienten selber, sie hat auch weitergehende Auswirkungen. Gewisse Operationen verzögern sich wegen der Überlastung der Spitäler. Deshalb müssen manche Patienten auf ihren Eingriff warten, so auch im Limmattal.

Wie viel Prozent der Operationen derzeit betroffen seien, sagte Limmi-Mediensprecher Stefan Strusinski gestern nicht. «Zurzeit und inmitten der momentan sehr dynamischen Gesamtsituation organisieren wir unsere Operationspläne ständig und täglich neu», sagt er. Einen von acht Operationssälen hat das Spital ganz geschlossen.

Der Grund für die verschobenen Eingriffe ist, dass gewisse Operationen einen anschliessenden Aufenthalt auf der Intensivpflegestation voraussetzen. Diese ist im Spital Limmattal momentan permanent ausgelastet. Aktuell gibt es kein einziges freies Intensivbett. «Die Intensivstation ist zu 100 Prozent ausgelastet, zur Hälfte mit Covid-19-Patienten», sagt Strusinski zum gestrigen Stand. Das ändere sich aber teilweise stündlich, mindestens jedoch täglich.

Eine Tumoroperation kann schnell dringlich werden

Eine Krampfader-Operation oder eine Operation bei Übergewicht zählen zu den nicht dringlichen Eingriffen. Eine nach einem Unfall nötige Operation hingegen ist dringlich. «Grundsätzlich verschieben wir nur Operationen, die nicht dringlich sind», sagt Strusinski. Allerdings könne es zum Beispiel bei Tumorerkrankungen sein, dass ein Eingriff innerhalb von zwei Wochen dringend notwendig werde. Deshalb werden die verschobenen Operationen im Limmi so bald wie möglich nachgeholt.

«Der Anteil dringlicher Operationen ist im Moment sehr hoch», sagt Strusinski ausserdem. «Diese müssen wir trotzdem ausführen, nur so können wir die medizinische Grundversorgung weiterhin zuverlässig gewährleisten.»

Dass die Ressourcen der Intensivstation des Spital Limmattals zurzeit ausgelastet sind, bezieht sich sowohl auf das Personal als auch auf die Infrastruktur. Zudem wird der Aufwachraum des Spitals momentan sieben Tage die Woche rund um die Uhr betrieben. In Normalzeiten sind es fünf Tage pro Woche von acht bis 22 Uhr. Das zusätzliche Personal, das für diesen ausgedehnten Betrieb nötig ist, wird aus den Personen rekrutiert, die normalerweise im nun geschlossenen Operationssaal tätig sind.

Dass die Betroffenen der verschobenen Operationen gut auf die Umstellungen reagieren, freut Strusinski: «Die Patienten sind bisher sehr verständnisvoll und tragen die Entscheide mit», sagt er. Allerdings sei die Lage für die Ärzte und das Pflegepersonal schwieriger: «Für die Mitarbeiter bedeutet das ständige Neuorganisieren einen zusätzlichen Aufwand und die Gesamtsituation verursacht eine Planungsunsicherheit.» Diese Situation belaste das Personal je länger je mehr.

Bevölkerung kann einen wesentlichen Beitrag leisten

Strusinski rät der Bevölkerung, sich streng an die Hygienemassnahmen zu halten, um die momentane Situation der verschobenen Operationen und der ausgelasteten Intensivstationen zu verbessern. «Hände waschen und desinfizieren, Abstand halten, Maske tragen und persönliche Kontakte auf ein notwendiges Minimum reduzieren», sagt er. «Damit kann die Bevölkerung einen wesentlichen Beitrag zu einer möglichst baldigen und notwendigen Reduktion der Hospitalisierungen leisten.»