Aesch
Kunst dort wo man wohnt: Aesch wurde zur Kunstmeile

Die zweite Kunstmeile in Aesch bot am Samstag Kunst in allen Formen und Farben. Aber auch viele strahlende Gesichter waren zu sehen.

Daniel Diriwächter
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Kunstmeile
19 Bilder
 Kunstmeile Aesch 2018 - Sara Haslacher und Stefanie Seiler: „Kunst soll auch dort zu erleben sein, wo man wohnt“
 Kunstmeile Aesch 2018 - Viola Ruth Löffler: "Für das Malen benötigt man Zeit und Ruhe."
 Kunstmeile Aesch 2018 - Willkommen!
 Kunstmeile Aesch 2018 - Hansjörg Lütt, Drechsler: „Die Struktur von vielen Hölzern ist faszinierend, aber es gibt natürlich auch langweiliges Holz.“
Kunstmeile Aesch 2018 - Frühlingsmarkt Kunstmeile Aesch 2018 - Frühlingsmarkt
Kunstmeile Aesch 2018 Kunst im Wöschhüsli
 Bilder in der Scheune
 Hühnerbilder von Hanny Dällenbach
 Hanny Dällenbach: "Man kennt mich als Hühnermalerin."
 Werke von Gabriele Furlan
 Kunst in der Scheue.
 Fotografien von Alexandra Pauli
 Liselotte Schranz: „Meine Motive finde ich auf Reisen und in der aktuellen Phase sind es auch Begegnungen, die ich zeigen will.“
 Ursula Venosta.
 Sandra Gossweiler
 Ursula Venosta: „Bei meinen jüngsten Werken steht die Eruption im Mittelpunkt, auch die emotionale.“
 Mariann Wiederkehr in ihrem Wohnzimmer: „Ich stelle heute fest, dass uns auch einige Kunstsammler besuchen
 Im Haus von Marianne Wiederkehr

Kunstmeile

Daniel Diriwächter

Wer am Samstag die Strassen und Wege in Aesch entlang lief, befand sich nicht nur in einem malerischen Limmattaler Dorf, sondern auch auf einer sogenannten Kunstmeile. Immer wieder sah man Menschen, die von Haus zu Haus schlenderten und angeregt miteinander plauderten. Es war das zweite Mal, dass die Aescher Kulturkommission Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform gab, um sich im ungezwungenen Ambiente und über die ganze Gemeinde hinweg zu präsentieren.

Die Idee der Kunstmeile stammt von Sara Haslacher und ihrer Mutter Stefanie Seiler. Vor drei Jahren haben sie die Kunstmeile ins Leben gerufen haben. «Kunst soll auch dort zu erleben sein, wo man wohnt», sagt Haslacher, deren Herzensangelegenheit das Kreieren von Silberschmuck ist, während ihre Mutter mit Acrylbildern und Kunsttaschen am Start ist. «Die Kulturkommission war von Beginn an begeistert von unserer Idee», sagt Haslacher weiter. Mutter und Tochter bildeten mit ihren Kunstwerken denn auch den Startpunkt zur Meile, die idealerweise beim Aescher Frühlingsmarkt begann.

Kontrast zum Standort

Von dort aus gab zehn Standorte zu erkunden, bei denen verschiedene Kunstschaffende ihre Werke ausstellten. Ein besonderes Augenmerk galt zwei Scheunen an der Feld und an der Haldenstrasse. Diese wurden für die Kunstmeile extra geräumt und boten ein heimeliges Ambiente für die Kunst, das nicht zuletzt auch durch den Kontrast zwischen Gebäude und Werken faszinierte.

Hanny Dällenach war in einer der Scheunen präsent. «Ich bin mittlerweile als Hühnermalerin bekannt», sagte sie und lachte. In der Tat sind Hühner ihr liebstes Sujet. Elegant hält sie sie auf ihren Bildern fest. Dällenbach hat damit Erfolg: «Bereits habe ich einige Bilder verkaufen können.» Eine Resonanz, die auch Ursula Venosta erfuhr. In der Scheune an der Haldenstrasse begeisterte die Künstlerin mit ihren Malereien das Publikum. «Bei meinen jüngsten Werken steht die Eruption im Mittelpunkt, auch die emotionale.»

Die Kunstmeile ebnete für die Besucher auch den Weg für ganz private Einblicke. So öffneten etwa Liselotte Schranz, Mariann Wiederkehr oder Hansjörg Lüthy die Türen zu ihren Häusern. Schranz zeigte ihre neue Aquarell-Serie, die durch leuchtendes Orange bestach. «Meine Motive finde ich auf Reisen und in der aktuellen Phase sind es auch Begegnungen, die ich zeigen will.» Wiederkehr öffnete sogar ihr ganzes Haus und zeigte stolz ihre vielen Farbstiftbilder. «Ich stelle heute fest, dass uns einige Kunstsammler besuchen», sagte sie. Auch sie verkaufte an der Kunstmeile bereits Bilder. Nicht Bilder, sondern Holzkunstwerke wurden bei Hansjörg Lüthy im heimischen Garten gezeigt. Seine Leidenschaft ist das Drechseln. «Die Struktur von vielen Hölzern ist faszinierend, aber es gibt natürlich auch langweiliges Holz», sagte er.

Selber zum Farbstift greifen

Die Kunstmeile, die auch eine Art Postenlauf war, bei dem man eine Karte mit Stickern aller Künstler ausfüllen konnte, bot zudem die Gelegenheit, selber zum Farbstift zu greifen, etwa bei Viola Ruth Löffler. Die Resonanz war jedoch bescheiden. «Für das Malen benötigt man Zeit und Ruhe und der Anlass heute ist doch sehr lebendig», sagte sie. Denn neben den bereits genannten Namen, stellten noch rund 20 weitere Kunstschaffende aus Aesch und Umgebung aus. Bilder, Skulpturen, Fotografien und Scherenschnitte wurden ins beste Licht gerückt. Am Ende des Tages und am finalen Standpunkt der Kunstmeile beim Markt war eine zufriedene Verena Eichinger von der Kulturkommission Aesch zugegen. «Ich habe heute so viele strahlende Gesichter gesehen.» Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen werteten die zweite Meile als vollen Erfolg, der fortgesetzt werden könnte.