Geroldswil

Leere Gemeindewerke-Kasse: Die Gebühren für Wasser und Abwasser steigen um bis zu 40 Prozent

Die Gemeinde rechnet bis im Jahr 2023 mit Investitionen von durchschnittlich 700000 Franken insbesondere für die Sanierungen und den Werterhalt des Leitungsnetzes sowie die Sanierung der Kanäle in der Fahrweid.

Die Gemeinde rechnet bis im Jahr 2023 mit Investitionen von durchschnittlich 700000 Franken insbesondere für die Sanierungen und den Werterhalt des Leitungsnetzes sowie die Sanierung der Kanäle in der Fahrweid.

Weil die Geroldswiler Werke ihre Ausgaben nicht mehr decken können, hebt der Gemeinderat die Tarife in den neuen Reglementen an.

Die Wasser- und Abwasserleitungen in Geroldswil sind in einem guten Zustand. In den vergangenen Jahren wurde das Leitungsnetz laufend saniert und erweitert. Ganz anders sieht es bei den dazugehörigen Verordnungen und Reglementen aus. Das Wasserreglement der Gemeinde geht auf das Jahr 1974 zurück und die Verordnung über Abwasseranlagen hat auch bereits 30 Jahre auf dem Buckel.
Der Geroldswiler Gemeinderat liess deshalb die veraltete Siedlungsentwässerungsverordnung und das veraltete Wasserversorgungsreglement überarbeiten und brachte sie mit den aktuellen technischen Begebenheiten, den heute anerkannten Regeln der Baukunde und den geltenden Umweltschutzgesetzen in Einklang. Im gleichen Zuge wurden auch die darin festgelegten Gebührentarife angepasst.

Gebühren müssen Ausgaben decken

Wie Finanzvorstand Paul Albrecht (parteilos) bereits an der Gemeindeversammlung im Juli verkündet hatte, werden die Tarife für Wasser und Abwasser angehoben, um die Ausgaben für den Bau, Betrieb und Unterhalt der Werke wieder decken zu können. Bei den Abwassergebühren soll in einem ersten Schritt im Jahr 2021 eine halbe Million Franken mehr eingenommen werden. Die Mengengebühr wird um 22 Prozent angehoben und von heute 1.35 Franken pro Kubikmeter auf 1.65 Franken ansteigen. Um die Finanzen der Siedlungsentwässerung zu stabilisieren und die Schulden zu minimieren, scheine eine weitere Erhöhung wahrscheinlich, stellt Gemeindeschreiber Gregor Jurt in Aussicht. Eine periodische Prüfung werde zeigen, ob im kommenden Jahrzehnt eine weitere Gebührenanhebung erforderlich werde. Neu soll ab 2021 auch eine Abwassergrundgebühr pro Quadratmeter der Parzellenfläche entrichtet werden. Diese soll ebenso 1.65 Franken kosten.

0,3 Millionen Franken mehr sollen bei den Gebühren der Wasserversorgung eingenommen werden. Die Mengengebühr für Wasser wird ab 2021 um 40 Prozent von bisher 75 Rappen pro Kubikmeter auf 1.05 Franken ansteigen. Auch hier werde man prüfen, ob im kommenden Jahrzehnt eine weitere Gebührenanhebung vorgenommen werden müsse, so Jurt.

Die Wassergrundgebühr soll zudem neu nicht mehr in Prozent zum Gebäudeversicherungswert berechnet werden, sondern sich auf den maximalen Durchfluss des Wasserzählers in Kubikmeter pro Stunde beziehen. Die Grundgebühr dafür soll 80 Franken betragen. Die Gemeinde sei sich bewusst, dass dieser Anstieg wohl nicht bei allen Einwohnerinnen und Einwohnern gut ankommen werde. «Mehr zahlen zu müssen, ist nie schön. Ein Vergleich zeigt aber, dass 1.05 Franken für 1000 Liter qualitativ hochstehendes Wasser ein fairer Preis ist, wenn man bedenkt, dass eineinhalb Liter Coca Cola mehr als 2 Franken kosten», sagt Gemeindeschreiber Jurt. Die Erhöhung der Gebühren sei unumgänglich. Bereits jetzt verzeichne man Defizite.

Die Betriebskosten nehmen deutlich zu

Für 2020 rechne die Gemeinde mit einer deutlichen Zunahme der Betriebskosten der Wasserversorgung, sagt Jurt. Sowohl Personal- als auch Unterhaltskosten und Beiträge an die Gruppenwasserversorgung seien vom Anstieg betroffen. Das gleiche gilt für die Abwasserversorgung. «Die Gemeinde rechnet bis im Jahr 2023 mit Investitionen von durchschnittlich 700000 Franken insbesondere für die Sanierungen und den Werterhalt des Leitungsnetzes sowie die Sanierung der Kanäle in der Fahrweid», sagt Jurt.
Der Gemeinderat hat die beiden aktualisierten Reglemente genehmigt und sie zuhanden der Gemeindeversammlung vom 28. September verabschiedet. Die Geroldswiler Stimmberechtigten werden dann darüber befinden. Weitere Abstimmungsgeschäfte stehen bislang nicht auf der Traktandenliste.

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