Oetwil

Mit 2800 Einwohnern ist die Gemeinde dann ausgebaut

Oetwil plant seine Zukunft. Die Gemeinde will verdichten, aber nicht zu extrem.

Oetwil plant seine Zukunft. Die Gemeinde will verdichten, aber nicht zu extrem.

Die Oetwiler Gemeindeversammlung hat die 580'000 Franken für neue Wasserleitungen, LED-Lampen und Rohre für das Komnetz genehmigt. Zudem hat Bauvorstand Walter Bühler den Interventionsplan vorgestellt. Der Plan ist sozusagen das Rezept für die neue Bau- und Zonenordnung.

Im April will das Zürcher Tiefbauamt die Sanierung und Umgestaltung der Limmattalstrasse starten. «Wir müssen diese Bauzeit nutzen», sagt der Oetwiler Bauvorstand Walter Bühler (SVP). So plant die Gemeinde, mehrere Leitungen unter der Strasse zu erneuern. Zum Beispiel den Regenabwasserkanal, der der Gemeinde immer wieder Sorgen macht: Bei starken Regenfällen zeigt sich jeweils, dass er zu klein ist. Dazu kommen neue Leerrohre für das Komnetz, neue LED-Lampen am Höhenweg und diverse Wasserleitungen. Den Kredit in der Gesamthöhe von 581 00 Franken genehmigte die Gemeindeversammlung am Dienstagabend mit 53 Ja-Stimmen. Gegenstimmen gab es keine.

Ein Teilprojekt ist notfallmässig bereits seit Montag im Gang. Denn das Leck in der Wasserleitung, die die Limmattalstrasse auf Höhe der Bohnäckerstrasse quert, wurde zuletzt immer grösser. Hier geht Wasser verloren. Voraussichtlich sind die Bauarbeiten Ende Woche bereits fertig.

Neue Bauordnung: schon 10 Sitzungen

Nach der Gemeindeversammlung informierte Walter Bühler über den aktuellen Stand der Oetwiler Zukunftsplanung. Die Totalrevision der Bau- und Zonenordnung kommt voran: Seit der öffentlichen Vorstellung des Ortsplanungsleitbilds am 31. Mai 2016 hat sich die Arbeitsgruppe zu zehn Sitzungen getroffen, zudem fand ein Gespräch mit dem Kanton statt. Gestern stellte Bühler nun den sogenannten Interventionsplan vor, der auf dem erwähnten Leitbild beruht. Der Plan zeigt auf, wo Handlungsbedarf besteht. Und er gibt ein genaueres Bild davon, in welche Richtung es mit der neuen Bau- und Zonenordnung gehen soll, die auch die Verdichtung zum Ziel hat – wenn auch in einem beschränkten Rahmen.

Bohnäcker: Bauen nur mit Gestaltungsplan

Am meisten Entwicklung ermöglicht der Bohnäcker, der über kurz oder lang zur Bauzone werden soll. Die Bebauung soll etappiert geschehen. Mit einem Gestaltungsplan will die Gemeinde die Qualität der Bebauung sichern: Sie soll ins Dorfbild passen und nach Möglichkeit Flächen für lokales Gewerbe und altersgerechte Wohnungen bieten

Hinderliche Regeln sollen verschwinden

Zudem sollen hinderliche Vorschriften über alle Wohnzonen wegfallen, um eine zeitgemässe bauliche Entwicklung zu ermöglichen. Mit einem Bauboom ausser Rand und Band ist aber nicht zu rechnen. «Das verdichtete Bauen dürfen wir nicht zu stark gewichten. Wir wollen nicht, dass das Dorf nachher doppelt so gross ist», sagte Bauvorstand Bühler. In Zahlen ausgedrückt: Per 31. Dezember 2016 zählte Oetwil 2432 Einwohner. Mit 2800 Einwohnern sei die Gemeinde dann ausgebaut, so Bühler. «Wir wachsen also nicht mehr extrem», sagt er.

Mehr Dachfenster in der Kernzone

Konkret soll zum Beispiel auch geprüft werden, ob die Übergangszone mit Schrägdachpflicht, die an die Kernzone anschliesst, noch zeitgemäss ist oder allenfalls verkleinert werden soll. Bei der Kernzone, die der Gemeinde sehr am Herzen liegt, wird geprüft, ob bei manchen Dächern der Einbau von Dachfenstern oder Dachlukarnen erlaubt werden soll. Denn die dortigen Bewohner müssen teils mit wenig Tageslicht leben. An den Hanglagen im oberen Dorfteil soll die bauliche Dichte nicht erhöht werden.

Sobald die Arbeitsgruppe alle Punkte durchgearbeitet hat, wird der Gemeinderat erneut informieren. Danach gelangt der Entwurf der neuen Bau- und Zonenordnung zur Vorprüfung an das kantonale Amt für Raumplanung. Und schliesslich befindet dann die Gemeindeversammlung über das neue Regelwerk.

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