Weiningen

Ob Reparaturaufträge oder Neuanfertigungen: Ihre Leidenschaft ist die Arbeit mit dem Leder

Irene A. Schneider betreibt in Weiningen das Geschäft «Wild Arts», in dem sie Stoff- und Lederarbeiten ausführt.

Irene A. Schneider betreibt in Weiningen das Geschäft «Wild Arts», in dem sie Stoff- und Lederarbeiten ausführt.

Seit 20 Jahren betreibt Irene A. Schneider das Leder-Atelier «Wild Arts» in Weiningen. Den Umgang mit Leder hat sie sich selbst beigebracht.

Obwohl die Sonne an diesem Morgen noch tief am Himmel steht, kündigen sich die hohen Temperaturen des Tages bereits an. Im kleinen Geschäft «Wild Arts», das sich im Untergeschoss des Restaurants Löwen in Weiningen befindet, laufen die zwei Ventilatoren bereits auf Hochtouren. «Eigentlich habe ich an meinen Geschäftstagen jeweils am Nachmittag für meine Kunden geöffnet. Aber bei einer solchen Hitze verlege ich die Öffnungszeiten auf den Morgen», sagt Irene A. Schneider, Inhaberin des Leder-Ateliers.

Die Bopplisserin führt in ihrem Geschäft bereits seit 20 Jahren Stoff- und Lederarbeiten aus. «Ich biete verschiedene Neuanfertigungen, aber auch Änderungen und Reparaturen an», sagt Schneider. Am liebsten arbeite sie mit Leder. Diese Materie hat es ihr schon in jungen Jahren angetan, als sie mit grossen Motorrädern und Lederkleidung unterwegs war. Sie schloss eine KV-Lehre ab und wurde gleichzeitig von ihrer Mutter, einer gelernten Damenschneiderin, im Zuschneiden und Nähen von Stoffen angelernt. «Zusätzlich habe ich mir den Umgang mit Leder selbst beigebracht.»

Ihre Stoff- und Lederarbeiten verkaufte sie zu Beginn am Rosenhofmarkt in Zürich. «Ein- bis zweimal in der Woche betrieb ich dort einen Stand», sagt Schneider. Ihr gefiel das Marktleben. Sie genoss vor allem die Stimmung mit den anderen Standbetreibern. «Es war dort immer sehr lebhaft.» Da sie Märkte in Hallen überhaupt nicht reizten, stand sie manchmal auch bei Wind und Regen bis zu zehn Stunden hinter ihrem Stand. Irgendwann wurde ihr der Aufwand aber zu viel. Zumal sie 1999 den Laden in Weiningen eröffnete und ihre Marktaktivitäten parallel dazu weiterführte. «Ständig alle Sachen vom Laden an den Markt und wieder zurückzutransportieren war mir mit der Zeit einfach zu anstrengend», sagt sie. Zudem musste Schneider nach der Scheidung ihre zwei Kinder selbstständig grossziehen. «Das alleine ist eigentlich schon ein Fulltime-Job.» So konzentrierte sie sich seither auf ihr Geschäft.

In ihrem Garten kann sie sich erholen

Ihre Kunden schauen meist für Reparaturaufträge oder zum Kauf eines Gürtels vorbei. «Ich habe mich vor zwei Jahren auf die Herstellung von Gürteln spezialisiert und das Sortiment auch erweitert, da ich diese am liebsten anfertige», sagt Schneider. So kann man aus verschiedenen Rinderhälsen das Leder und aus einer grossen Auswahl die Gürtelschnalle selbst bestimmen. Bei den Kunden spüre sie dann sofort, in welcher Stimmung sie sind. Sie könne so erahnen, welche Farben und Variationen sie bevorzugen.

Vom Alltagsstress erholt sich Schneider in ihrem Schrebergarten in Weiningen. Auf zwei Aren wachsen dort Chriesibäume und verschiedene Beeren, aus denen sie Konfitüren und Sirupe herstellt. «Im Gegensatz zum Geschäft herrscht im Garten die reinste Idylle.» Grund für den Stress sind die momentanen Strassenarbeiten vor ihrem Laden, die Schneider zu schaffen machen. «Einerseits belastet mich der Lärmpegel und anderseits wirken sich die Bauarbeiten negativ auf mein Geschäft aus.» So sei ihr Laden von der Strasse her nur noch schwer zu sehen und dementsprechend bleibe auch die Laufkundschaft aus. Da die Baustelle noch länger bestehen wird, hofft Schneider, bald einen neuen Standort für ihr Geschäft zu finden. «Am liebsten wäre mir etwas Ruhiges, wo mich die Kunden sofort finden.»

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Autor

Sebastian Schuler

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